»Anything can make good lyrics« – Xavier Darcy sound so.

DARCY pressrelease

An einem Sonntagvormittag im Januar unterhielt ich mich mal auf Deutsch, mal auf Englisch mit Xavier Darcy im Aroma Café in München. Er trank einen Flat White, ähnlich wie Cappuccino, allerdings anders zubereitet: die Milch wird dabei ganz fein aufgeschäumt, erklärte er mir. Mit Kaffee kennt sich der gebürtige Schotte gut und gerne aus, ebenso mit dem Weiterziehen – Kanada, die USA und mehrere Länder Europas waren bereits sein Zuhause; einige Jahre auch München. Dorthin ist er letzten Sommer zurückgekehrt, um sich voll und ganz seiner Musik zu widmen. In zehn Tagen findet nun das Release Konzert seiner EP Extended Play statt. Auf dem Cover zeigt er sich mit Kaffeetasse und in The Communist singt er über seinen Idealismus.

schreibstation: Why do you make music?

Xavier Darcy: Why I make music? Well, like almost every child these days, my parents sent me to piano lessons from a young age and tried to get me into music. When I lived in Canada, I was in the school choir and I was entered into a talent show in my school by my music teacher. There I had to sing the song »Daisy Daisy« (singt) with a girl, it´s a really old folksong from England. And that was basically my first experience of being on stage. I really loved the feeling and the reception I got. Soon I started singing lessons. This was all classical music by the way. When I moved to Germany, I continued singing classically, performing in operas and musicals and all that. I was even in the Domsingknaben here in Munich. And at some point during it all my voice broke, and I had to take a break from classical music. So I picked up the guitar and I decided that I wanted to be Bob Dylan (lacht). I never had guitar lessons, but the first moment I played the guitar, it was completely different to anything I had ever done before. I did a lot of that Sixties Rock and I tried to shake off all the classical music influences I had.

schreibstation: Schreibst du deine Songs selbst?

Xavier Darcy: Nein, es gibt ein Team von 200 Songschreibern hinter mir (lacht). Nee nee, das ist alles selbstgeschrieben. Das ist auch der Sinn und Zweck von Singer-Songwritern für mich, seine Songs zu schreiben und auch etwas über sich selbst zu erzählen. Also wenn ich einen Singer-Songwriter sehe, will ich nicht nur coole Melodien im Kopf haben, ich will auch etwas über den Typen erfahren. Das ist sehr wichtig finde ich, so ein persönlich-autobiografischer Austausch.

schreibstation: Und das geht nur über die Texte?

Xavier Darcy: Nein natürlich nicht. Das geht auch über die Melodien. Aber die Texte sind doch direkter, um eine Geschichte zu erzählen. Bei mir ist es immer so, dass ich meine Texte schreibe und versuche prägnante Melodien zu finden, um die Texte zu unterstreichen.

schreibstation: Wie entstehen deine Texte?

Xavier Darcy: Also oft habe ich wochenlang ein Wort oder einen Satz im Kopf. Zum Beispiel, wir hatten auf der letzten Tour einen Gig in Erfurt und der Club befand sich am Juri-Gagarin-Ring und dann ja, hab ich einen Song geschrieben der Yuri Gagarin heißt. Ich hab mir einfach gedacht, wie kann ich daraus was Cooles machen. Das war einfach so ein Name, der mir im Kopf stecken geblieben ist. Aber ich bin auch einer, der manchmal sagt, hey jetzt muss ich mich hinsetzen und mich konzertieren. Ich warte nicht darauf, dass mich die Muse küsst. Und manchmal entstehen dabei tolle Sachen und manchmal nicht. Man kann nicht generell sagen, dass es irgendeine bestimmte Art und Weise gibt. Manchmal muss ich mich wirklich konzentrieren und manchmal kommt das einfach und ich finde das sind beides gute Wege, um Songs zu schreiben. Manchmal habe ich Songs die direkt aus dem Moment heraus entstehen und manchmal sind es sehr durchdachte Kompositionen, wie zum Beispiel mein Song Writing to Natalie.

schreibstation: What makes great lyrics for you?

Xavier Darcy: (lacht) How long is a piece of string?

schreibstation: What?

Xavier Darcy: In English we have a saying, when there´s million possible answers to a question, you say: How long is a piece of string? Anything can make good lyrics. Anything at all. On the one hand you have Bob Dylan who is basically a poet with an acoustic guitar. And on the other you can have someone like One Direction; I can ´t say they have bad, or inferior lyrics, because there are 80 000 girls at the concert singing them back to them. Who am I to judge? Basically beauty is in the eye of the beholder. It´s completely different for each person. I could even write some bullshit on this napkin now and you could hear it in a song and think: Oh my god, that´s genius.

schreibstation: Welche Rolle spielt der Text in deiner Musik?

Xavier Darcy: Für mich ist er unglaublich wichtig. Es sind Geschichten, in denen viel Arbeit steckt und ich denke sehr viel darüber nach. Wahrscheinlich viel zu viel. Es kommt ja auch vor, dass den Leuten die Lyrics egal sind und ja, meine Lyrics sind auch oft eher kompliziert. Also ich habe jetzt nicht so große poppige Singalongs. Wenn du einen Chorus von mir hörst ist das oft so ein ganz langer Chorus mit vielen Wörtern und nicht so ganz viel »La La La«. Aber ja, ich hoffe, dass die Leute schon auf meine Texte hören, auch wenn sie nicht alles verstehen. Ich versuche die Lyrics auch durch meine Performance und meine Melodien zu transportieren. Aber ja, ich glaube mit Musik entstehen Geschichten. Und deshalb sind mir meine Lyrics so wichtig.

schreibstation: Does literature influence your writing?

Xavier Darcy: Yeah, of course. The first time I actually discovered literature for myself was Jack Kerouac. I read On The Road when I was 15. And then I discovered all of his other books and his writing style. What really influenced me, was his style of stream-of-consciousness writing. Later I found that Dylan had been influenced by this too, as he had written all of his long rambling songs. I guess that influenced me in the sense that I sometimes write millions of verses and select a few for the final song. Often when I write about eight verses, we’ll cut it down to less in the studio.

schreibstation: And what are you doing with the verses, that are left over?

Xavier Darcy: I often play them live. I mean then you´ve got the ability to make the song kind of different.

schreibstation. Ok let´s talk about The Communist. Was ist die Geschichte des Songs?

Xavier Darcy: Der Song ist ganz einfach: Es geht um einen Idealisten. Ich habe The Communist sozusagen als Figur benutzt. Ich bin ein Idealist, was manchmal gut ist und manchmal auch schlecht. Und ich habe versucht statt über meinen Idealismus generell zu reden, ein bisschen von mir durch eine andere Person zu erzählen. Und in diesem Song geht es nicht um romantischen Idealismus oder musikalischen Idealismus, es geht um politischen Idealismus. Es geht halt um einen Typ, The Communist, der seiner Freundin von seinen großen Ideen für die Welt erzählt – I mean, my head is full of ideas (lacht) – aber ihr ist es eigentlich scheißegal. Und der Chorus erzählt auch, ja der Typ weiß eigentlich, dass er ein Idealist ist und dass wahrscheinlich alles was er denkt, nie Realität wird.

schreibstation: Is there a favorite line in The Communist, that you like to sing?

Xavier Darcy: Ja natürlich. Of course! You know the line: Darling, I know you don´t give a fuck. (singt) I mean, is there any more satisfying word in the English language than »fuck«? I think it´s such a beautiful word. It´s just so rhythmic. I just had to have a song with the f-word in it! And I also like this line: An idealist with a guitar on his back. I guess that’s me!

Nach unserem Gespräch hat mir Darcy dann seine Kopfhörer aufgesetzt und ich durfte seiner EP lauschen, die zu diesem Zeitpunkt ganz frisch aus dem Studio kam. Da saßen wir uns also gegenüber, er an seinem zweiten Flat White nippend, ich mit meinem Kopf wippend.

The Communist – reinhören und rauslesen:

 

I know you think my head’s full of ideas,

But darling will you please lend me your ears,

I’ll lay them out in a song for you,

Though both of us know they’re not really true

 

Fading, like shadows in the cave,

Fickle, like promises I’ve made,

Fated, never to exist,

They’re the empty dreams of the communist.

 

My manifesto’s radical I swear,

Cobblestones will fly through the air,

I hear you sigh so disingenuously,

Oh I know what you’re thinking sweet Marie.

 

Fading, like shadows in the cave,

Fickle, like promises I’ve made,

Fated, never to exist,

They’re the empty dreams of the communist.

 

Believe me, now I can take the flak,

An idealist with a guitar on his back,

Now I know how pathetic I must seem,

But listen now, the bell it tolls for thee.

 

Now darling, you know I don’t give a fuck,

And I know it’s high time that I gave up,

I thought the old brigades would reunite,

Not even you and I could get it right.

Fading, like shadows in the cave,

Fickle, like promises I’ve made,

Fated, never to exist,

Like the empty dreams of

the empty dreams of

the empty dreams of the communist.

 

Info: Die EP Extended Play ist bereits bei I-Tunes und Amazon erhältlich und kann auch schon auf Spotify angehört werden. Das Release Konzert findet am 27.Februar 2015 um 20 Uhr im Muffatcafé in München statt.

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