»Der Text schmiegt sich an die Melodie an« Carmina Reyes und MANU sound so.

 

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Carina und Manu leben in München und musizieren mal gemeinsam, mal solo als Carmina Reyes und MANU. Die Musik hat sie zusammengeführt; seit zweieinhalb Jahren sind sie ein Paar. Sie klingt gern verträumt, er vielseitig. Der Song Train to a better Home liegt beiden am Herzen.

schreibstation: Warum macht ihr Musik?

Carina: Ich habe als Kind schon viel gesungen und gelernt, Gitarre zu spielen und dann habe ich auch in verschiedenen Bands gesungen. Mit der eigenen Musik hat es aber so richtig erst angefangen, als ich nach München gekommen bin. Da habe ich entdeckt, dass die eigenen Songs für einen selbst viel schöner sind.

Manu: Ich bin mit Musik aufgewachsen, deshalb gehört sie einfach zu meinem Leben dazu. Ohne Musik zu leben, wäre schrecklich. Das geht gar nicht anders.

schreibstation: Ab und an macht ihr gemeinsam Musik. Warum?

Manu: Weil wir auch privat viel Zeit miteinander verbringen (lacht) und dementsprechend machen wir immer wieder gemeinsam Musik. Das ergibt sich einfach so.

Carina: Wir haben auch erst zusammen Musik gemacht, so haben wir uns kennengelernt. Wir waren bei vielen Open Stages und irgendwann hatte jeder auch eigene Konzerte und so ging es dann eigentlich erst richtig los mit der eigenen Musik auf der Bühne.

schreibstation: Warum schreibt ihr eure Songtexte selbst?

Manu: Ich habe lange Zeit Jazz gemacht und meistens die Kompositionen von anderen Leuten gespielt. Irgendwann habe ich gemerkt, dass mir das nicht mehr reicht. Ich wollte mich persönlicher ausdrücken und eigene Texte und Melodien zu schreiben, war die Lösung. Das hat mich dann total eingenommen.

Carina: Bei mir ist es ähnlich. Ich kann nur so meine Gefühle ausdrücken und meine Gedanken ordnen.

schreibstation: Wie entsteht ein Song?

Carina: Ich sitze zum Beispiel in der U-Bahn oder zu Hause und mir fällt irgendein toller Satz auf oder ein. Dann entsteht ein Workflow und ich schreibe einen Text und nehme die Gitarre dazu. So entsteht dann ziemlich schnell ein Song. Oder es gibt auch die andere Variante: der Text schmiegt sich an die Melodie an. Meistens existiert bei mir aber erst der Text.

Manu: Bei mir ist es unterschiedlich. Mir fällt entweder erst ein Gitarrenriff oder eine Akkordfolge ein oder ich schreibe einen Text. Ich finde es sehr spannend, wie Songs entstehen können, deshalb probiere ich aus. Es gibt so viele Wege, wie man einen Song schreiben kann. Man kann sich auf ein Gefühl konzentrieren oder auf einen Titel. Oder auf eine Melodie oder auch nur auf die Akkorde. Oder auch einfach auf ein Geräusch.

schreibstation: Wie entsteht ein gemeinsamer Song?

Carina: Meistens ist es so, dass einer von uns schon die Idee hat und wir denken sie dann gemeinsam weiter. Wir haben auch schon Texte zusammen geschrieben, aber es ist einfacher, allein zu schreiben.

Manu: Es ist schwierig, im Nachhinein dasselbe Gefühl aufzunehmen, das der andere während dem Schreiben hatte. Aber ich hatte zum Beispiel mal nur eine Melodie und Carina hat dann den Text dazu geschrieben.

schreibstation: Welche Rolle spielt der Text in eurer Musik?

Carina: Für mich ist er sehr wichtig. Ich mache mir viele Gedanken darüber, ob er so ankommt, wie er ankommen soll. Es ist ja immer eine Geschichte, die man erzählen will und da ist es spannend, zu sehen, wie sie aufgenommen wird.

Manu: Der Text ist für mich immer noch so eine neue Sache, eine andere Dimension. Dadurch erhalten Melodien, die ich vielleicht vor Jahren schon gespielt habe, eine komplett neue Bedeutung.

schreibstation: Was macht einen guten Songtext aus?

Manu: Manchmal kann ein guter Songtext nur drei Wörter haben und so genau richtig für einen Song sein. Manchmal muss er aber auch eine ganze Geschichte sein. Der Text sollte Hand in Hand mit der Musik gehen und er muss etwas beim Zuhörer auslösen, egal was. Natürlich lieber schöne als schlechte Gefühle, aber er muss etwas bewegen.

Carina: Ich finde einen Songtext dann gut, wenn sich dir die Geschichte des Songs dadurch öffnet. So, dass du direkt mitfühlen kannst. Wenn der Text dich sozusagen in die Atmosphäre des Songs mitnimmt.

schreibstation: Beeinflusst Literatur eure Musik?

Manu: Ja. Ich lese genau aus diesem Grund fast ausschließlich englische Bücher, weil ich auch englische Songtexte schreibe und das hilft mir dabei.

Carina: Ich lese auf Englisch und auf Deutsch. Gerade lese ich zum Beispiel Fiesta von Hemingway. Die englischen Bücher bringen eben diese Effekte, diese Wörter und Sätze, die einen zu Songtexten inspirieren.

schreibstation: Wer hat Train to a better Home geschrieben?

Carina: Ich habe den Song geschrieben. Das war letzten September, da saß ich zu Hause und habe im Fernsehen die Flüchtlingskrise verfolgt. Das waren so viele Eindrücke, die musste ich einfach rausschreiben. Ich wollte mich reinfühlen, was es bedeutet, seine Heimat zu verlassen und sich auf so einen langen und ungewissen Weg zu machen.

Manu: Ich habe den Song dann gehört und dachte mir erst ach schön, so typisch Carina (lacht). Dann hatte ich den Song die ganze Zeit im Ohr und habe drüber nachgedacht und sie gebeten, ihn aufzunehmen. Der Song hat mir so gut gefallen, dass ich fand, wir müssen damit etwas machen. Der durfte nicht einfach in der Schublade verstauben.

Carina: Ich wollte ihn erst nicht veröffentlichen, weil es eben so ein ernstes Thema ist. Aber Manu hat mich dann davon überzeugt. Und er hat den Song auch noch verfeinert und ihn zum Beispiel mit dem Klavier noch schöner gemacht.

schreibstation: Wo kann der Song gehört werden?

Manu: Wir haben ihn auf Bandcamp hochgeladen und auch eine Organisation gesucht, German Alliance. Die fahren dorthin, wo es wirklich brennt und jeder kann mitfahren und helfen. Carina ist auch schon mitgefahren. Auf der Webseite der Organisation kann der Song auch angehört werden und man kann dadurch spenden.

Carina: Ich habe den Song auch schon bei ein paar Konzerten gespielt, oder wir gemeinsam. Das war jedes Mal sehr emotional, für uns und die Zuhörer.

Manu: Es ist ja auch so, dass sich viele damit identifizieren können. Der Song spricht nicht nur die Flüchtlingskrise an, sondern generell alle Menschen, die sich ein neues Zuhause suchen müssen oder sich ein besseres Zuhause wünschen.

schreibstation: Habt ihr eine Lieblingszeile im Songtext?

Carina: Ich mag den Schluss am liebsten, also den Teil, den ich ohne Musik singe.

Manu: Und ich mag, in Verbindung mit der Melodie, den Satz: Humans like you and I. Das ist die Kernaussage für mich.

 

Train to a better Home – reinhören und rauslesen:

 

 

So many people in the world

Getting lost and getting hurt

Things are changing overnight

Humans like you and I

Like you and I

 

So many people on their way

Looking for a safer place to stay

All the things seemed so right

Got lost in the fight

In the fight

 

And now you go

Taking the train to a better home

And you don’t know

Wondering where you belong

And now you go

With your heart full of hope

Sometimes you weep sometimes you cry

You hope to find a better live

Sometimes it’s hard to say goodbye

 

Many things that just turned wrong

Lost your house and a friend through a gun

Fences standing in your way

While you search for a place to stay

To stay

 

And now you go

Taking the train to a better home

And you don’t know

Wondering where you belong

And now you go

With your heart full of hope

Sometimes you weep sometimes you cry

You hope to find a better live

Sometimes it’s hard to say goodbye

 

Bury all those weapons in the sand

Free these people, free this land

Make this place a home again

Free these people, free this land

Bury all those weapons in the sand

Free these people, free this land

Bury all those weapons in the sand

Free these people, free this land

Make this place a home again

Free these people free this land

Bury all those weapons in the sand

Free these people free this land

 

You see I’m just a little girl

Have not much to say in this cruel world

But if a song could change a heart

I made a start

I made a start

 

INFO: Carmina Reyes kann in München am 29. April beim Singer & Songwriter Abend im My Fable, am 30. April im Rahmen der Langen Nacht der Musik im busner.s  und am 22. Juli  beim Thalkirchner Sommerfest gelauscht werden. MANU tritt am 7. und 8. Mai auf dem Weingut Meine Freiheit in Darmstadt und am 4.Juni bei den Frontstage Concerts in Peiting auf.

 

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