Schluck acht: eine doppelte Empfehlung

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Franziska und ich, wir haben uns letztes Jahr in Berlin getroffen, im Café Krümel am Prenzlauer Berg; nachdem ich ein paar Tage in Kopenhagen gewesen war und sie für einige Monate. Sie war länger dort, sie konnte mir mehr davon erzählen; bevor ich ebenso wie sie aufbrach, um eine größere Weile da zu bleiben. Cindy hat mich ich auf Franziskas schönen Blog meingefangen (Gemachtes und Gedaches) aufmerksam gemacht, gerade als Franziska einen Beitrag über den Botanischen Garten in Kopenhagen geschrieben hatte. Auch ich sollte dort einige Zeit später grün-weiße und heiße Stunden verbringen. Die Stunden mit Franziska waren mit Kaffee und Tarte und jeder Menge Geschichten aus und über Kopenhagen gefüllt. Unser Kontakt ist geblieben. Und aus meiner Idee, eine neue schreibstation-Kategorie A cupful Copenhagen für meinen Aufenthalt dort zu kreieren, ist ihre Idee entstanden, gemeinsam über das Paludan zu schreiben: das Buchcafé im Herzen der Kopenhagener Altstadt, das uns beiden ans Herz gewachsen war – eine echter Herzensbeitrag also. Auch Cindy habe ich das Paludan gezeigt, als sie mich im Februar besucht hat. Und wir haben es noch tiefgehender erkundet, als ich es bisher kannte; im wahrsten Sinne des Wortes: Im Keller unter dem Café reiht sich Buch an Buch. Und während ich von Reihe zu Reihe gestöbert war, fotografierte Cindy das Paludan für ihr wundervolles Projekt Paper Sail (A journey and guide to bookshops around the world). Eine Empfehlung von mir, hier nachzuschauen und ein Interview mit dem Besitzer des Antiquariats nachzulesen – und in diesem Sinne eine doppelte Empfehlung von Franziska und mir, dem Paludan einen Besuch abzustatten. Welcher Lese- und Schreibort wäre besser geeignet, um meine Kategorie A cupful Copenhagen abzuschließen!

Franziska über das Paludan:

Die Stadt meines Herzens begrüßte mich eisekalt von ihrer hässlicheren Seite, nämlich am eisenschweren, tiefindustriellen Fuße des Hauptbahnhofes. Den Beginn meines Auslandssemesters an der Royal Danish Academy hatte ich mir glorreicher erhofft; so schön, wie mir alle Freunde bisher von der dänischen Hauptstadt vorschwärmten. Ich machte mich schnell auf die Suche nach dem Kopenhagen, das ich finden wollte. Suchte im inneren Umbruch und Neueinfinden nach einem Ort, der sich heimatlich und nach Geborgenheit anfühlte. Viele Schritte brauchte ich nicht gehen – direkt gegenüber der alten Universitätsbibliothek fand ich (m)eine warme Seelenhöhle. Das Paludan war mein Ort, um Gedanken zu ordnen und in der Stadt anzukommen, die besser als jede andere zu mir passt. Mit den Händen an einen wärmenden Latte Macchiato geklammert, konnte ich Gemütlichkeit tanken, den Trubel aus Einheimischen, Internationals und Touristen beobachten und dennoch innerlich still werden. Oder: Einfach das In-Kopenhagen-Sein genießen.

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Das Paludan ist für mich ein ganz besonderer Kopenhagen-Ort. Weil ich hier unzählige Tagebucheinträge, Blogposts und Briefe geschrieben hab. Weil ich mich hier das erste Mal getraut habe, auf Dänisch zu bestellen. Weil ich mein ausgelesenes „Alles was ich liebte“ ins Antikvariat abgegeben hab. Weil es mich seit der ersten Begegnung einfach immer wieder zurück ins Paludan zieht. Ja, auf jedem meiner Kopenhagenbesuche kehre ich hier ein. Jedes mal fühlt es sich an, als würde ich einen alten Freund besuchen. Einen, der mich so warmherzig begrüßt, wie ich es mir vorstelle.

über Franziska:

* haargenau vom 28.01.2013 bis 29.06.2013 in Kopenhagen gewesen, seither mehrmals jährlich immer zu Besuch

* damals als Erasmusstudent an der Royal Danish Academy – School of Design auf der höchsten Wolke im Designhimmel gelandet, jetzt als Produktdesign-Studentin in Halle/Saale und Berlin auf den letzten Metern vor dem Berufsleben

* ihre schönsten Schreib- und Leseorte in Kopenhagen, neben dem Paludan, sind:

Frederiksberg Park

Café Kompa´9

Die mittlere Bank vor der Opera, mit direktem Blick auf Amalienborg Slot

Dyrehaven Klampenborg

Ich über das Paludan:

Das Puladan wurde für mich schon bei meiner ersten kurzen Reise nach Kopenhagen zu einem besonderen Ort – ich habe es beim Schlendern durch die Stadt entdeckt und bin in fünf Tagen zweimal dort gewesen: Einmal aß ich Tomatensuppe und habe gelesen, ein zweites Mal habe ich gefrühstückt und geschrieben. Als ich dann knapp ein Jahr später wieder nach Kopenhagen kam, um länger zu bleiben, war das Paludan der Ort, den ich als erstes wieder aufgesucht habe. Und ich bin viele Male wieder gekommen. Das Paludan ist für mich nicht nur der liebste Schreib- und Leseort in Kopenhagen; es ist mein Immerort dort. Immer habe ich im Paludan einen Filterkaffee getrunken und dazu einen Muffin gegessen (der Blaubeermuffin mit Vanillecreme-Füllung, den Cindy und ich bestellten hatten, war die beste Überraschung!), immer habe ich die Bücherwände bestaunt, immer habe ich meinen Besuch dort hingeführt, immer empfehle ich das Paludan allen, die nach Kopenhagen reisen. Immer habe ich mich dort wohlgefühlt. Und auch meinen Aufenthalt in Kopenhagen habe ich im Paludan vollendet; meinen letzten Abend habe ich dort verbracht.

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Fotos: Franziska Land


Schluck sieben: im Dazwischen

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Meinen liebsten Lese- und Schreibplatz in ganz Kopenhagen habe ich zufällig letztes Jahr schon entdeckt – bei einem ziel- und zeitlosen Spaziergang auf meiner ersten Reise dorthin, an meinem ersten Morgen in der Stadt: Ich bin in einen Innenhof von Christiansborg Slot, dem Parlament, gelaufen, von dort aus durch einen Torbogen geschlendert und stand plötzlich inmitten eines kleinen Parks mit Blick auf ein wunderschönes Backsteingebäude – den alten Teil der Königlichen Bibliothek. Und als ich rechts daran vorbeigegangen war, habe ich den Schwarzen Diamanten – Den Sorte Diamant – gefunden, den neuen Teil der Königlichen Bibliothek, der mit seiner schwarzen Glasfront bei Sonnenschein mit dem Wasser des Hafenbades um die Wette glitzert. Alt und neu also unter einem Lesedach vereint – und mein Platz befindet sich genau dazwischen. Im ersten Stock des Schwarzen Diamanten führt eine Glasbrücke in den alten Teil der Bibliothek, in dem sich der schöne Lesesaal mit den grünen Leselampen befindet. Und nach der Glasbrücke, aber noch vor dem Lesesaal – in diesem Dazwischen – stehen Tische und Stühle und Sofas in einem lichtdurchfluteten Raum, der wie ein herrlich hoher und warmer Wintergarten auf mich wirkt; vor allem dann, wenn die Sonne durch die alten Glasfenster scheint. Ich konnte das Licht nicht mit meiner Kamera einfangen. Allerdings meinen Weg dorthin; in alt und neu, von letztem und von diesem Jahr – als ich durch den Torbogen spaziert bin und mich gefreut habe.

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»Tausenderlei Träume« von einer, in einer »wundererfüllten Welt«

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Niels Lyhne ist ein Träumer. Und ich bin eine Träumerin. Manchmal und momentan mit ihm, wenn ich lese, wie er durch »eine Welt von wohlfeilen Phantasien« spaziert, die von dem dänischen Autor Jens Peter Jacobsen (1847-1885) in dem, nach dem Protagonisten benannten, Roman Niels Lyhne belebt wurde. Das Buch erschien 1880 und erhielt viel Aufmerksamkeit von der damaligen Literaturwelt und auch Jahrzehnte später löste es noch eine Bewunderungswelle aus – wie im Nachwort erzählt wird. Jacobsen reihte sich mit seinen Werken in die, um die Jahrhundertwende in Deutschland sehr beliebte und viel gelesene, Reihe skandinavischer Schriftsteller ein – darunter beispielsweise die Norweger Henrik Ibsen und Bjørnstjerne Martinius Bjørnson und der Schwede August Strindberg. Stefan Zweig hat Niels Lyhne als den »Werther seiner Generation« bezeichnet und Rainer Maria Rilke waren Jacobsens Werke »unentbehrlich«.

Ich habe den Roman als insel taschenbuch 44 von 1973 aus einem Berliner Antiquariat mit nach Kopenhagen genommen, wo der Autor zur Schule gegangen ist und studiert hat – Botanik. Und die Stimmung der Geschichte führt mich in einen verwunschenen Märchengarten, in dem ich mich ins Gras lege, Mythen und Fabeln lausche, den Wolken über mir Gestalt und Gesicht gebe und zusehe, wie Niels Lyhne auf ihnen dahin schwebt, »gehüllt in das Federkleid der Poesie, die Flügel ausgebreitet…bereit zum Fluge durch den Himmel aller Stimmungen und die Tiefen aller Gedanken…«. Schon in den ersten Seiten stecken »tausenderlei Träume«, »berückende Luftbilder« und eine »unbändige Verschrobenheit«. Aber auch eine Melancholie. Das Buch handelt von Kindheitsträumen und zugleich von der »wundererfüllten Welt, die sie früher gewesen war«; es geht um das Erwachsenwerden und das Erwachsensein und all die Realität, die es mit sich bringt.

»Wie die Traumgesichter, die Traumtöne einer Nacht in den wachen Tag übergehen und in Nebelformen, in Tonwolken den Gedanken anrufen können, so daß er gleichsam eine flüchtige Sekunde lauschen kann, verwundert, ob es wirklich rief, – so flüsterte die Vorstellung von jener traumgeborenen Zukunft gedämpft über Niels Lyhnes Kindheitstage hinweg und erinnerte ihn leise, aber ohne Unterlaß daran, daß dieser glücklichen Zeit eine Grenze gesetzt sei…«

Allerdings spielt das Träumen immerzu eine Rolle und die Geschichte hinterlässt  trotz eines tragischen Endes  den Eindruck, dass dem Leben immer wieder Träume gepflanzt werden müssen, auch wenn manche Träume nur dazu da sind, um einfach zu träumen. Phantasien sollen auch erwachsen noch erwachen, sie sollen feilgeboten und nicht verboten sein, die Tür zur Traumwelt muss ab und an geöffnet werden, um die Wirklichkeit wirklich leben zu können.

»…denn ein nüchtern gelebtes Leben ohne die leichte Last der Träume war kein lebenswertes Leben – das Leben besaß ja gerade nur den Wert, den ihm die Träume verliehen.«

Also blättere ich mich hin und wieder durch den Roman, lese mich von Seite zu Seite und träume mit Niels Lyhne.

»…und sie träumte tausenderlei Träume von jenen sonnenhellen Gegenden…«

Info: Niels Lyhne von Jens Peter Jacobsen; insel taschenbuch 44; 1.Auflage 1973; aus dem Dänischen von Anke Mann; mit Illustrationen von Heinrich Vogeler und einem Nachwort von Fritz Paul; 291 Seiten.


Schluck sechs: auf der Durchreise

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Der Hauptbahnhof in Kopenhagen; er zieht mich immer wieder in seinen Bann. Mit seinem Backsteinrot, seinen Türmen, seinen bunten Glasfenstern – seiner Dachkonstruktion. Hier bin ich im Januar nach einer elfstündigen Zugfahrt von München über Hamburg angekommen; hier bin ich in ein wunderbares Licht eingetaucht und tu es immer noch und immer wieder, tagsüber und nachts. Ich laufe oft hindurch, nie außen vorbei und nehme mir die Atmosphäre mit. Und dabei wandert mein Blick immer nach oben, zu den Balken und den Bögen; oft finde ich mich unter dem Kronleuchter in der Mitte wieder. Es ist kein Ort an dem ich lese oder schreibe. Es ist ein zauberhaft zentraler Ort auf dem Weg zu meinen Lese- und Schreib- und Literaturplätzen: Das Notizbuch, das unterwegs immer mit dabei ist – hier reist es ab, hier kommt es an. Hier ist es auf der Durchreise. Es ist ein Ort für Inspirationsschübe und Überraschungen; obwohl ich ihn schon so oft bestaunt habe, entdecke ich immer wieder Neues – oder meine Besucherin Alex entdeckt etwas: Über einem Gleisaufgang steht ein Satz aus The Truman Show:

Good morning! Oh, and in case I don’t see ya: Good afternoon, good evening, and good night!

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Schluck fünf: Introduction to the Listening Room

Copenhagen Listening Room Sunday Open Stage – so lautet oft mein Sonntagabend. Der Listening Room ist eine Konzertbühne unweit vom Kopenhagener Hauptbahnhof; jeden Sonntagabend ist Open Stage. Und was ich dort und daran finde: überraschende Musik und immer wieder gute Lyrics. Spielen und zuhören kann, wer will – vorausgesetzt man wird Mitglied, ein Roomi (und erhält für die 25 Kronen Mitgliedsbeitrag gleich Bier oder Soda an der Bar). Die Zuhörer setzen sich an Tische oder auf Treppen und die Musiker tragen sich zu Beginn in eine Liste ein und dürfen je zwei Songs präsentieren – vorausgesetzt sie bringen ausschließlich eigene Werke mit auf die Bühne. Und jedes Mal gibt es auch einen im Voraus festgelegten Act; dieser Musiker oder diese Musikerin darf auch ein paar Songs mehr spielen. Die Atmosphäre beim Listening Room gleicht einem Living Room und die Roomies einer großen Familie – jeder kennt jeden, alle hören allen zu und viele geben vielen ein Feedback; auch ich wurde schon nach meinem zweiten Besuch von dem einen oder der anderen herzlich begrüßt. Auf welche Musiker, welche Musik und welche Lyrics ich dort so stoße: beispielsweise auf Niv Dayan, einen 26-jährigen Singer-Songwriter, der ursprünglich aus Israel kommt und mit 19 Jahren angefangen hat, Musik zu machen.

»I started flirting with the idea of songwriting when I was 19, but for many years I’d had complexes about my singing voice and guitar skills. At some point I discovered the New York Anti-Folk scene, especially Kimya Dawson and Jeffery Lewis. It then dawned on me that you don’t need to be a polished musician or singer to connect with the audience. Exactly one year ago, I finally wrote my first song that I really liked myself

Vorletzten Sonntag habe ich seinem Song Introduction gelauscht und ihn anschließend alles auf einmal gefragt:

schreibstation: Where and when and why did you write Introduction?

Niv: I wrote Introduction over a period of 3-4 months. The music came about largely in my bedroom, where I spend long hours with my guitar. The lyrics came about everywhere: on my bike, at work, on public transport, etc. I knew from the onset that the concept for the song had a lot of potential, and that it would really help in contextualizing the rest of my performance. I wanted to let the audience know in advance that I’m not the classic singer-songwriter with a terrific polished voice and a broken heart, but that instead, they should expect quirkiness and clumsiness as well as humor and a devastating honesty. I also wanted to arrest and win the audience immediately. The challenge in writing Introduction was delivering a kind of schizophrenic message: that the show is going to be amazing, yet also that I’m not entirely sure what I’m doing. By sending mixed messages about the level of self-awareness of my stage persona, and by using a lot of self-deprecating humor, my goal was to open up a space where the listeners can relate to me and use me as a mirror for reflecting upon themselves for the rest of the performance. Many of my songs, including Introduction, are also a rebellion against conventional songwriting. The synergy between music and words has an immense potential, which I think most of the time is not exploited in mainstream music. Many of the topics in mainstream music are also often banal and fail to address the plight of our generation.

Introduction live beim Listening Room – reinschauen, reinhören und rauslesen; und sound so mal ein wenig anders:

Ladies and Gentlemen, welcome to the show

I’ve got some words of warning, cause you’re about to undergo

An experience so transformative your knees might get unsteady

So ladies and gentlemen, get ready.

 

My only mission here tonight’s to make your time worthwhile

I’m gonna play and sing until your lips become a smile

Leave and you’ll have undergone a monumental loss

Cause I’m gonna rock this stage, and I’ma do it like a boss

Now I’m not in this business cause I’m trying to get paid

I do it for the art, and cause it helps me to get laid

Well I’m hardly a musician nor a master of seduction

But if you like what you’re hearing, then this, is just the introduction

 

For years I listened to the charts and followed their suggestions

They gave me all the answers, to other people’s questions

Til I couldn’t take much more, cause life was making sense much less

Most songs were just so tidy, while my life was a mess

So I started writing songs and people tell me I’m alight

And though I’m not sure they’re genuine, or if they’re just polite

I’m gonna drive this project off the edge of an abyss

Cause I don’t know what’s good for me, and ignorance is bliss

 

So if you’ve ever hoped for much, and all your dreams got shattered

And if you contemplated life until your brains got scattered

And if you’ve been depressed and it felt nothing ever mattered

And if you’ve been so hurt if felt your guts were getting splattered

If you’re wild or if you’re mellow

If you’re black or white or yellow,

If you’re chubby, if you’re lean

Gay or straight or in-between

If you’re green or red or blue

Muslim, Christian or a Jew

If you’re diligent or lazy

If you’re sane and if you’re crazy

If you life is full of lies

If you’re wearing a disguise

If you think the world’s fantastic

If your nose is made of plastic

If you’re prone to self-destruction

If you need no introduction

If you’re hateful or in love

If you’re all of the above

This concert’s got no message, just one unifying theme

what it’s like to be human in 2015.

 

Your life, the show and everything are only just beginning

Let us look them in the eye for all their lack of meaning

Let us sing and dance until our heads and hearts are spinning

There’ll be time for prudence later, now it’s time for sinning

Now I realize this prelude might be slightly overkill

Cause this is my best song, and well, the rest is all downhill

I might be nothing more than just a meaningless distraction

But if you like to be disturbed, then this, is just the introduction

Video made by Carlos Ochoa; Songwriter und Music Video Production.


Schluck vier: ins Blaue hinein

Amager Strand

einmal Meer zweimal Meer dreimal Meer

immer Meer wieder

weil die Worte wellen.

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Schluck drei: Brief-Beisammensein

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Liebe Freunde und Familie, liebe Bekannte und noch Unbekannte,

ich schreibe euch Briefe aus dem Norden! Und mit Norden meine ich einen nördlichen Stadtteil von Kopenhagen: Nørrebro. Ich schreibe aus dem RETRO Café, bei »Post a letter«, einem einmaligen Event. Und mit einmalig meine ich nicht, dass es nur einmal stattgefunden hat. Ich meine, dass es eine einmalige Idee ist, die ich jeden ersten Dienstagabend im Monat genießen kann. Und das gemeinsam. Wir Briefeschreiber und Briefeschreiberinnen sitzen dort gemütlich beisammen – ich am liebsten auf der Fensterbank mit Blick in die Jægersborggade; eine Straße, die so hübsch ist, dass sie eine eigene Website verdient hat – und wir trinken aus schönen weiß-blauen Tassen und schreiben auf buntes Briefpapier und Karten. Und die Umschläge verzieren wir nach Lust und Laune mit Stickern und Stempeln; all das wird vom Café zur Verfügung gestellt. Am Ende landen die Briefe in einer großen roten Postbox; drei Schmuckstücke darf jeder pro Abend einwerfen. Und das Café verschickt sie für uns in die Welt.

Meine Brief-Begleitung Naomi (mir gegenüber) hat für mich Bilder gemacht. Einen lieben Dank dafür!

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