»I should probably read more books« Jonas Alaska sound so.

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2017 beginnt mit einem Blick in den Rückspiegel, auf die Rückbank – In the Backseat mit Jonas Alaska. Der 28jährige Singer-Songwriter stammt nicht aus Alaska, aber aus ebenso kalten Gefilden; aus Norwegen. Dort ist er mit seinen drei Alben Jonas Alaska (2011),  If only as a ghost (2013) und Younger (2015) längst bekannt. Letztens war Jonas Alaska in Berlin, im Auster Club. Meine Fragen beantwortete er vor dem Konzert spontan per E-Mail. Seine Musik klingt nicht nach kalt, sie klingt nach warm, nach Umherhüpfen, nach Kopfwippen, nach Füßewackeln. Nach beschwingt in ein neues Jahr tanzen. Nach sich selbst nahe sein: In the backseat, you can find out who you are…

schreibstation: Why do you make music?

Jonas Alaska: Because I like doing it. I’ve always liked music and I’ve always liked creating things.

schreibstation: Do you write the lyrics yourself?

Jonas Alaska: Yes, I write them myself.

schreibstation: What make great lyrics for you?

Jonas Alaska: When people find a new angle to a common theme. And I like people who are good with hidden rhymes and stuff like that.

schreibstation: How do you come up with the lyrics?

Jonas Alaska: In different ways. It’s usually when I see a different angle to something I’ve been thinking about for a while. I write down new words and sayings when I hear them in movies and series. The best lyrics just show up out of nowhere though.

schreibstation: What is the importance of lyrics in your music?

Jonas Alaska: I think it is very important. And I like that it is a big part of my act but I need good chords and melodies for the lyrics to work.

schreibstation: Does literature influence your writing?

Jonas Alaska: It does, to some degree I think. I’m reading Madame Bovary by Flaubert at the moment, not sure if there is gonna come any song from that. But I’m sure reading books expands my imagination. I should probably read more books.

schreibstation: What is the story behind In the Backseat?

Jonas Alaska: I wrote it when I was living in Liverpool. The chorus just popped into my head and I wrote the verses around that. I’ve always, since I was a child, liked sitting in the backseat of a car and collect my thoughts. It’s the perfect place to do that.

schreibstation: Is there a favourite line in the song?

Jonas Alaska: It’s a long time since I wrote it so it’s hard to remember what I was thinking but I kind of like the second verse with the liars, the losers and everyone playing in bands.

In the Backseat – reinhören und rauslesen:

I’ve been a lot to the movies lately
The last one ruined my heart
I saw the world go down and under,
Everything just fell apart

But in the backseat,
In the backseat of the car
What a place to think things through
In the backseat,
You can find out who you are,
And decide what you should do

When a horrible night is over,
And I’ve got dirt on my hands
I’m so sick of the liars,
The losers and everyone playing in band

But in the backseat,
In the backseat of the car
What a place to think things through
In the backseat,
You can find out who you are,
And decide what you should do

Oooh, oh, oh, oh, oooooooh
Oooh, oh, oh, oh

Been alone for a long, long time now
I’ve been sleeping all day
I’ve been sitting on my bed
Alone without anything good to say

But in the backseat,
In the backseat of the car
What a place to think things through
In the backseat,
You can find out who you are,
And decide what you should do

Foto: Jesper Spanning


»Der Text schmiegt sich an die Melodie an« Carmina Reyes und MANU sound so.

 

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Carina und Manu leben in München und musizieren mal gemeinsam, mal solo als Carmina Reyes und MANU. Die Musik hat sie zusammengeführt; seit zweieinhalb Jahren sind sie ein Paar. Sie klingt gern verträumt, er vielseitig. Der Song Train to a better Home liegt beiden am Herzen.

schreibstation: Warum macht ihr Musik?

Carina: Ich habe als Kind schon viel gesungen und gelernt, Gitarre zu spielen und dann habe ich auch in verschiedenen Bands gesungen. Mit der eigenen Musik hat es aber so richtig erst angefangen, als ich nach München gekommen bin. Da habe ich entdeckt, dass die eigenen Songs für einen selbst viel schöner sind.

Manu: Ich bin mit Musik aufgewachsen, deshalb gehört sie einfach zu meinem Leben dazu. Ohne Musik zu leben, wäre schrecklich. Das geht gar nicht anders.

schreibstation: Ab und an macht ihr gemeinsam Musik. Warum?

Manu: Weil wir auch privat viel Zeit miteinander verbringen (lacht) und dementsprechend machen wir immer wieder gemeinsam Musik. Das ergibt sich einfach so.

Carina: Wir haben auch erst zusammen Musik gemacht, so haben wir uns kennengelernt. Wir waren bei vielen Open Stages und irgendwann hatte jeder auch eigene Konzerte und so ging es dann eigentlich erst richtig los mit der eigenen Musik auf der Bühne.

schreibstation: Warum schreibt ihr eure Songtexte selbst?

Manu: Ich habe lange Zeit Jazz gemacht und meistens die Kompositionen von anderen Leuten gespielt. Irgendwann habe ich gemerkt, dass mir das nicht mehr reicht. Ich wollte mich persönlicher ausdrücken und eigene Texte und Melodien zu schreiben, war die Lösung. Das hat mich dann total eingenommen.

Carina: Bei mir ist es ähnlich. Ich kann nur so meine Gefühle ausdrücken und meine Gedanken ordnen.

schreibstation: Wie entsteht ein Song?

Carina: Ich sitze zum Beispiel in der U-Bahn oder zu Hause und mir fällt irgendein toller Satz auf oder ein. Dann entsteht ein Workflow und ich schreibe einen Text und nehme die Gitarre dazu. So entsteht dann ziemlich schnell ein Song. Oder es gibt auch die andere Variante: der Text schmiegt sich an die Melodie an. Meistens existiert bei mir aber erst der Text.

Manu: Bei mir ist es unterschiedlich. Mir fällt entweder erst ein Gitarrenriff oder eine Akkordfolge ein oder ich schreibe einen Text. Ich finde es sehr spannend, wie Songs entstehen können, deshalb probiere ich aus. Es gibt so viele Wege, wie man einen Song schreiben kann. Man kann sich auf ein Gefühl konzentrieren oder auf einen Titel. Oder auf eine Melodie oder auch nur auf die Akkorde. Oder auch einfach auf ein Geräusch.

schreibstation: Wie entsteht ein gemeinsamer Song?

Carina: Meistens ist es so, dass einer von uns schon die Idee hat und wir denken sie dann gemeinsam weiter. Wir haben auch schon Texte zusammen geschrieben, aber es ist einfacher, allein zu schreiben.

Manu: Es ist schwierig, im Nachhinein dasselbe Gefühl aufzunehmen, das der andere während dem Schreiben hatte. Aber ich hatte zum Beispiel mal nur eine Melodie und Carina hat dann den Text dazu geschrieben.

schreibstation: Welche Rolle spielt der Text in eurer Musik?

Carina: Für mich ist er sehr wichtig. Ich mache mir viele Gedanken darüber, ob er so ankommt, wie er ankommen soll. Es ist ja immer eine Geschichte, die man erzählen will und da ist es spannend, zu sehen, wie sie aufgenommen wird.

Manu: Der Text ist für mich immer noch so eine neue Sache, eine andere Dimension. Dadurch erhalten Melodien, die ich vielleicht vor Jahren schon gespielt habe, eine komplett neue Bedeutung.

schreibstation: Was macht einen guten Songtext aus?

Manu: Manchmal kann ein guter Songtext nur drei Wörter haben und so genau richtig für einen Song sein. Manchmal muss er aber auch eine ganze Geschichte sein. Der Text sollte Hand in Hand mit der Musik gehen und er muss etwas beim Zuhörer auslösen, egal was. Natürlich lieber schöne als schlechte Gefühle, aber er muss etwas bewegen.

Carina: Ich finde einen Songtext dann gut, wenn sich dir die Geschichte des Songs dadurch öffnet. So, dass du direkt mitfühlen kannst. Wenn der Text dich sozusagen in die Atmosphäre des Songs mitnimmt.

schreibstation: Beeinflusst Literatur eure Musik?

Manu: Ja. Ich lese genau aus diesem Grund fast ausschließlich englische Bücher, weil ich auch englische Songtexte schreibe und das hilft mir dabei.

Carina: Ich lese auf Englisch und auf Deutsch. Gerade lese ich zum Beispiel Fiesta von Hemingway. Die englischen Bücher bringen eben diese Effekte, diese Wörter und Sätze, die einen zu Songtexten inspirieren.

schreibstation: Wer hat Train to a better Home geschrieben?

Carina: Ich habe den Song geschrieben. Das war letzten September, da saß ich zu Hause und habe im Fernsehen die Flüchtlingskrise verfolgt. Das waren so viele Eindrücke, die musste ich einfach rausschreiben. Ich wollte mich reinfühlen, was es bedeutet, seine Heimat zu verlassen und sich auf so einen langen und ungewissen Weg zu machen.

Manu: Ich habe den Song dann gehört und dachte mir erst ach schön, so typisch Carina (lacht). Dann hatte ich den Song die ganze Zeit im Ohr und habe drüber nachgedacht und sie gebeten, ihn aufzunehmen. Der Song hat mir so gut gefallen, dass ich fand, wir müssen damit etwas machen. Der durfte nicht einfach in der Schublade verstauben.

Carina: Ich wollte ihn erst nicht veröffentlichen, weil es eben so ein ernstes Thema ist. Aber Manu hat mich dann davon überzeugt. Und er hat den Song auch noch verfeinert und ihn zum Beispiel mit dem Klavier noch schöner gemacht.

schreibstation: Wo kann der Song gehört werden?

Manu: Wir haben ihn auf Bandcamp hochgeladen und auch eine Organisation gesucht, German Alliance. Die fahren dorthin, wo es wirklich brennt und jeder kann mitfahren und helfen. Carina ist auch schon mitgefahren. Auf der Webseite der Organisation kann der Song auch angehört werden und man kann dadurch spenden.

Carina: Ich habe den Song auch schon bei ein paar Konzerten gespielt, oder wir gemeinsam. Das war jedes Mal sehr emotional, für uns und die Zuhörer.

Manu: Es ist ja auch so, dass sich viele damit identifizieren können. Der Song spricht nicht nur die Flüchtlingskrise an, sondern generell alle Menschen, die sich ein neues Zuhause suchen müssen oder sich ein besseres Zuhause wünschen.

schreibstation: Habt ihr eine Lieblingszeile im Songtext?

Carina: Ich mag den Schluss am liebsten, also den Teil, den ich ohne Musik singe.

Manu: Und ich mag, in Verbindung mit der Melodie, den Satz: Humans like you and I. Das ist die Kernaussage für mich.

 

Train to a better Home – reinhören und rauslesen:

 

 

So many people in the world

Getting lost and getting hurt

Things are changing overnight

Humans like you and I

Like you and I

 

So many people on their way

Looking for a safer place to stay

All the things seemed so right

Got lost in the fight

In the fight

 

And now you go

Taking the train to a better home

And you don’t know

Wondering where you belong

And now you go

With your heart full of hope

Sometimes you weep sometimes you cry

You hope to find a better live

Sometimes it’s hard to say goodbye

 

Many things that just turned wrong

Lost your house and a friend through a gun

Fences standing in your way

While you search for a place to stay

To stay

 

And now you go

Taking the train to a better home

And you don’t know

Wondering where you belong

And now you go

With your heart full of hope

Sometimes you weep sometimes you cry

You hope to find a better live

Sometimes it’s hard to say goodbye

 

Bury all those weapons in the sand

Free these people, free this land

Make this place a home again

Free these people, free this land

Bury all those weapons in the sand

Free these people, free this land

Bury all those weapons in the sand

Free these people, free this land

Make this place a home again

Free these people free this land

Bury all those weapons in the sand

Free these people free this land

 

You see I’m just a little girl

Have not much to say in this cruel world

But if a song could change a heart

I made a start

I made a start

 

INFO: Carmina Reyes kann in München am 29. April beim Singer & Songwriter Abend im My Fable, am 30. April im Rahmen der Langen Nacht der Musik im busner.s  und am 22. Juli  beim Thalkirchner Sommerfest gelauscht werden. MANU tritt am 7. und 8. Mai auf dem Weingut Meine Freiheit in Darmstadt und am 4.Juni bei den Frontstage Concerts in Peiting auf.

 


»Without lyrics, my music would mean nothing« – Stu Larsen sound so.

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Stu Larsen kommt aus Australien und bereist seit Jahren die Welt. Ein festes Zuhause hat er nicht; er zieht mit seiner Musik umher – sie zieht ihn fort, wie er in seinem Song The Mile beschreibt. Er kehrt aber auch wieder mit ihr zurück. Ich habe ihm Ende 2013 das erste Mal in München gelauscht. Seither war ich bei mehreren seiner Konzerte auf verschiedenen Bühnen in der Stadt. Einmal ist er dabei mit seinem guten Freund Mike Rosenberg alias Passenger aufgetreten, der auch sein aktuelles Album Vagabond (2014) produziert hat. Zuletzt habe ich im Frühjahr sein Konzert in Kopenhagen besucht und mich dort mit ihm über das Interview unterhalten. Seine Antworten hat er mir dann von unterwegs geschickt; ich weiß nicht genau, von wo. Ich weiß aber, dass ich seine Musik immer wieder gerne höre und auch, dass Thirteen Sad Farewells nach wie vor mein liebstes Lied von ihm ist.

schreibstation: Why do you make music?

Stu Larsen: Because it feels right. I love seeing the world and singing about it.

schreibstation: Do you write the lyrics yourself?

Stu Larsen: Yes. If I am the person singing the songs, I want to believe every word and sing from my heart.

schreibstation: How do you come up with the lyrics?

Stu Larsen: I usually just think about what I want to say and start to play guitar and write a song.

schreibstation: Are you often talking about your lyrics?

Stu Larsen: Not really, I think once I write the song I like it to speak for itself. Sometimes I’ll tell a story to give the song context, but mostly I like to let the lyrics do the work.

schreibstation: What makes great lyrics for you?

Stu Larsen: When a story is told in a way that you maybe haven’t heard before.

schreibstation: Does literature influences your writing?

Stu Larsen: I don’t read many books. My songs are inspired by real life experiences I have had along the way.

schreibstation: What is the importance of the lyrics in your music?

Stu Larsen: Without lyrics, my music would mean nothing. With meaningless lyrics, I would not want to do what I do. Lyrics are of paramount importance.

schreibstation: What is the story behind The Mile?

Stu Larsen: It’s about growing up on a farm where the mailbox was one mile away at the end of the driveway. I always wanted to leave and explore but I never really went further than the end of the driveway. The song is about dreaming of bigger things but at first, not really knowing how to get there. I eventually found a way.

schreibstation: Is there a favourite line in the song, you like to sing?

Stu Larsen: »I’ve only got one pair of shoes comforting these weary feet, because a man who owns too much is like a song without a beat, left feeling incomplete.«

The Mile – reinhören und rauslesen:

i had never seen the snow

never sailed upon the seas

i was busy making plans

to build a fortress in the trees

i’d ride my bicycle

down the lane and back again

talking to the birds and my

imaginary friends

and i’d want to run away

go as far as i could see

but i’d always turn around

to find familiarity

right where it should be

i’ll be gone, running on the mile

oh my love, is there hope for yesterday?

cos i’m following my heart

and it’s taking me away

i am moving on, i do not know where i will go

but i’m beckoned by the sky

in the river down below

i’ve only got one pair of shoes

comforting these weary feet

cos a man who owns too much is like a song without a beat

left feeling incomplete

i’ll be gone, running on the mile

oh my Lord, running on the mile

Thirteen Sad Farewells – reinhören und mit mir genießen:


»Ich bin keiner, der Geschichten erzählt« – The Marble Man sound so.

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Letztens, an einem lauen Sommernachmittag, habe ich mich mit Josef Wirnshofer alias The Marble Man an der Münchner Freiheit getroffen. Wir haben uns gemeinsam auf die Suche nach einem Café gemacht und während die Wespen um unsere Gläser kreisten, drehte sich unser Gespräch um seine Musik, die sich seit der ersten Platte Sugar Rails (2007) und der zweiten Platte Later, Phoenix… (2010) verändert hat. Haidhausen (2013) wurde als Bandalbum aufgenommen; mit dabei sind Jonas Übelherr, Boris Mitterwieser, Michael Zahnbrecher und Daniel Mannfeld. Die Songtexte tragen weiterhin die Handschrift von Josef, der Sound ist schwerer, sperriger – wie bei dem Song Field Study zu hören ist.

schreibstation: Du und die Musik, wie ist es dazu gekommen?

The Marble Man: Über die Beatles. Als Kind habe ich ganz klassisch Blockflöte und Akkordeon gelernt und mir danach eigentlich geschworen, nie wieder Musik zu machen, weil ich das ganz entsetzlich fand. (lacht) Als ich ungefähr zehn war, hat mir meine Tante aber eine Beatles-CD geschenkt, das hat mich ziemlich gepackt. Ich hatte Lust, Gitarre zu lernen und habe angefangen, Songs zu schreiben. Irgendwie wurde das zu einem selbstverständlichen Teil von meinem Alltag, die meiste Zeit zwischen 13 und 18 habe ich mit Aufnehmen verbracht.

schreibstation: Seit wann spielst du mit einer Band?

The Marble Man: Das hat sich nach und nach ergeben. Die ersten beiden Platten habe ich zwar alleine aufgenommen, live bin ich aber seit dem ersten Album mit Band unterwegs. Daniel, der Gitarrist, und unser Schlagzeuger Jonas waren schon 2007 bei der Sugar Rails-Tour dabei, kurz danach kam Boris am Bass dazu, 2009 dann Michael am Klavier. Ich fand es immer gut, wie die Jungs die Stücke live auf ihre Art interpretiert haben. Nach dem zweiten Album wollte ich, dass das auch im Studio passiert. Deshalb war bei der Haidhausen klar, dass es ein Band-Album wird.

schreibstation: Warum The Marble Man?

The Marble Man: Weil ich zu der Zeit, als ich einen Namen gesucht habe, sehr viel Nico gehört habe. Ihr Album The Marble Index hat mich damals stark beeindruckt. Ich wollte das aber nicht einfach übernehmen, also habe ich The Marble Man gewählt.

schreibstation: Schreibst du deine Songs nach wie vor selbst?

The Marble Man: In der Regel schreibe die Songs nach wie vor ich, die Ausarbeitung im Proberaum machen wir gemeinsam. Manchmal gibt es aber Songs, die wir zusammen schreiben. Field Study zum Beispiel, das ist von Michael und mir.

schreibstation: Und wie läuft das dann ab?

The Marble Man: Meistens nehme ich Demos auf und schicke sie den anderen. Oder ich bringe eine Grundstruktur mit in den Proberaum, an der wir dann weiter arbeiten. Früher habe ich ziemlich konstant an Songs geschrieben. Mittlerweile liegen längere Abstände dazwischen, dafür gibt es Phasen, in denen ich in kurzer Zeit relativ viel schreibe. Tatsächlich kommen mir viele Songs nicht, wenn ich Gitarre spiele, sondern wenn ich durch die Stadt laufe oder im Zug sitze.

schreibstation: Fallen dir dabei dann Texte oder Melodien ein?

The Marble Man: Beides. In erster Linie aber Melodien, die ich dann in mein Handy singe. Bei den Texten ist es eher ein Sammeln. Ich schaue immer wieder in mein Notizbuch, was ich so aufgeschrieben habe. Aber ich bin keiner, der Geschichten erzählt.

schreibstation: Was machst du dann?

The Marble Man: Natürlich ist alles irgendwo eine Geschichte, aber es geht mir nicht darum, mit der ersten Zeile bei A anzufangen und mit der letzten Zeile bei Z aufzuhören. Auf den ersten beiden Alben war das noch anders, da waren die Texte narrativer. Aber es dauert ja auch, bis man seine Sprache gefunden hat. Das entwickelt sich von Platte zu Platte und es gibt auf jedem Album Zeilen, die ich heute nicht mehr schreiben würde. Vor allem kommt es kaum mehr vor, dass ich irgendwas in meinem Alltag erlebe und dann konkret einen Text daraus mache.

schreibstation: Was für eine Rolle spielt der Text dann in deiner Musik?

The Marble Man: Eine sehr ästhetische. Ich finde es spannend, wenn in einem Stück eine bestimmte Stimmung vorherrscht, die der Text dann trägt oder auf einer anderen Ebene widerspiegelt. Ich bin kein Fan davon, wenn Songtexte mir eine Botschaft aufzwingen.

schreibstation: Beeinflusst dich Literatur beim Songwriting?

The Marble Man: Ja, aber weniger der Inhalt, mehr die Methode oder wie ein Text aufgebaut ist. Während wir die Haidhausen aufgenommen haben, habe ich viel Rainald Goetz gelesen. Ich mag das Versatzstückhafte an seinen Texten.

schreibstation: Was ist die Geschichte hinter Field Study?

The Marble Man: Eine Geschichte gibt es eigentlich nicht, es sind einzelne Szenen. Das Stück strahlt eine gewisse Kälte aus und die sollte auch im Text rüberkommen. Mir wurde zum Bespiel mal erzählt, wie einem Soldaten bei der US Army der Sergeant verliehen wird. Der Vorgesetzte ruft ihn ins Büro und brüllt scheinbar »Why are you here, Sergeant?«, der Soldat antwortet »I came to get what’s mine!« Das ist für mich eine ziemlich kalte, schroffe Kraftgeste; die wollte ich in einem Song haben. Zu Field Study hat das dann gepasst. In der zweiten Strophe spricht eine Figur, die einen humorvollen Zynismus verkörpert und sagt: Wenn sie mal alt ist und sich langweilt, will sie Tauben vergiften. Wieder so etwas Kaltes, Abgewandtes, das ich in dem Song haben wollte. Tendenziell haben die meisten Sachen, die ich schreibe, eine gewisse Schwere, etwas Sperriges. Ich weiß nicht, woher das kommt. Man wird natürlich beeinflusst von den Sachen, die man selbst hört. Während der dritten Platte waren das vor allem Nick Cave und die Einstürzenden Neubauten. Alles keine Jahrmarktsmusik.

schreibstation: Hast Du eine Lieblingszeile in dem Song?

The Marble Man: Vielleicht I think I’ll poison pigeons when I’m old and bored ich finde die Zeile zynisch, aber auf eine lustige Art.

Field Study – reinhören und rauslesen:

Dusty pleasures, sulky landscapes: always lie!

No trespassing! Patience drew a matchless eye

and cursed the day when Ymir drank his mother’s milk

You’re but a face above the ground.

‚I think I’ll poison pigeons when I’m old and bored

and market them to rats behind my garden door.

Their ghosts will wait and meet me at the cemetry

and spit upon the ashes of our century.‘

You’re but a face above the ground.

Why are you here, Sergeant?

Well, I came to get what’s mine!

Love is a business and God is a business, I’d trade my life

for a place in the quicksand, a kick on the forehead, a bed of flies

the less the more embarrassing, the more the worse

Ladies and Gentlemen, the unwelcome urge!

You’re but a face above the ground.

Why are you here, Sergeant?

Well, I came to get what’s mine!

Why are you here, Sergeant?

Well, I came to get what’s mine!

Why are you here, Sergeant? You’re but a face above the ground.

Well, I came to get what’s mine!

Why are you here, Sergeant? You’re but a face above the ground.

Well, I came to get what’s mine!

Why are you here, Sergeant? You’re but a face above the ground.

Info: The Marble Man kann diesen Donnerstag, 17.9., in der Glockenbachwerkstatt in München gelauscht werden und am 26.9. bei der Melodica Night in Wien. Die neueste Single Totem ist als limitierte, handnummerierte Vinyledition ausschließlich bei den Live-Konzerten erhältlich.

Foto: Susanne Steinmaßl


»Ein möglichst dreidimensionales Erlebnis« – Young Chinese Dogs sound so.

Young Cinese Dogs

Der Sound von Young Chinese Dogs trägt Lagerfeuerwurzeln; das verrät mir nicht nur ihr Pressetext, das bestätigen mir auch meine Ohren: Oft schon habe ich mir das erste Album Farewell to Fate angehört und auch dem neuen Album Great Lake State werde ich gerne lauschen. Die Folk-Band aus München spielt und singt sich damit weit über Bayern hinaus: Die Songs verbinden ihre gemeinsame Reise als Band; von Amerika bis zum Alpenraum – die Wurzel des Folk und Country wächst mit der Lagerfeuerwurzel von Young Chinese Dogs zusammen. Das Album ist on the road entstanden, während Birte Hanusrichter, Nick Reitmeier und Oliver Anders Hendriksson Konzert an Konzert reihten und Musik für Film und Fernsehen lieferten; in einem dieser Filme hat Birte selbst die Hauptrolle übernommen. Und sie hat mir auch meine Fragen beantwortet, ebenfalls von unterwegs. Great Lake State erscheint genau in einem Monat, am 21.August; im Oktober steht die Tour an. Mit Heart full of Hope ist auf der schreibstation bereits ein Song daraus zu hören.

schreibstation: Warum machst du Musik und warum machst du sie in einer Band?

Birte: Musik zu machen ist ein wichtiger Kanal mich auszudrücken, Menschen zu zeigen wer ich bin und zu sehen, wer sie sind. Es geht um Kontakt und Austausch. In einer Band macht das noch mehr Spaß als alleine, weil man nicht nur nach außen kommuniziert, sondern auch innerhalb der Band und das wiederum potenziert den Kontakt mit den Zuschauern. Es ist toll!

schreibstation: Schreibt ihr eure Songs selbst und falls ja, wer schreibst sie?

Birte: Wir schreiben unsere Songs im Kollektiv. Wir reden darüber, um was es in dem Song geht und tauschen uns aus. Manchmal können wir das Thema dann eins zu eins umsetzen. Und manchmal kommt dann etwas ganz Anderes am Ende heraus. Die Summe der Teile.

schreibstation: Wie entstehen die Lyrics?

Birte: Meistens schreiben wir über Dropbox oder Email. Jeder eine Zeile oder eine Strophe, dann wird wieder gelöscht. Das ist komischerweise ein sehr friedlicher Prozess, bei dem sich keiner mißverstanden fühlt.

schreibstation: Welche Rolle spielen die Lyrics in eurer Musik?

Birte: Eine große Rolle natürlich. Unsere Songs sind sehr emotional und selbst die schnelleren Songs haben meist einen melancholischen Kern. Die Lyrics dürfen also gern ein Gegengewicht zur Musik bilden.

schreibstation: Was macht einen guten Songtext für dich aus?

Birte: Ein guter Songstext sollte Bilder beim Zuhörer auslösen. Erinnerungen, Gerüche, Gefühle, Geschmack, eine Temperatur. Ein möglichst dreidimensionales Erlebnis. Ein Gefühl von »Woher wissen die das? Waren die in meinem Leben dabei?« Das hat wieder etwas mit Kontakt zu tun. Menschen machen ähnliche Erfahrungen und das bringt sie zusammen.

schreibstation: Was wollt ihr mit eurem neuen Album zum Ausdruck bringen?

Birte: Unser neues Album Great Lake State drückt verschiedene Stationen unserer nun vierjährigen Reise als Band aus. Es geht um Punkte, die wir verbinden mussten. Country, Folk, Amerika, Irland, Deutschland, die Seen, die Berge, die Großstadt, das Tourleben und was eigentlich die Verbindung zwischen alldem ist.

schreibstation: Welche Geschichte steckt hinter Heart Full of Hope?

Birte: Der Song handelt vom verloren gehen. Im Leben, zwischen all diesen Punkten über die ich eben geredet habe. Und von der Hoffnung der am Leben Verzweifelten. Ich glaube, das kennt jeder. Man glaubt es gibt keinen Weg, aber wenn man tief genug gräbt, merkt man, dass da noch ein Fünkchen Hoffnung in einem glimmt. Diese Diskrepanz, diese Kräfte die da gegeneinander wirken setzen Energie frei. Und das wird in diesem Song deutlich.

schreibstation: Hast du eine Lieblingszeile in dem Song und falls ja, warum diese?

Birte: Life’s a sign to be read as it fades away – Es geht ums weitermachen. Tag für Tag, Schritt für Schritt. Definitive Antworten bekommen wir nicht. Und wenn man ehrlich ist, macht das ja auch den Reiz aus.

Heart full of Hope reinhören und rauslesen:

Salt in my wounds it won’t make pain easy

It’s the only way i know that i’m far from death

Sugar in my cup but it wont please me

Cause the one thing i know is life is far from sweet

With a heart full of hope i try to live my way

But the less that i know the happier i am

Life’s a sign to be read as it fades away

All give or take every single day

My point of view is rather shaky

And I wear my glasses so my tears won’t show

All signs pointed here and that’s where I went

But fear’s awaiting me

So i’m falling down again

With a heart full of hope i try to live my way

But the less that i know the happier i am

Life’s a sign to be read as it fades away

All give or take every single day

 

Die Great Lake State-Tour: 01.10. Jena, Café Wagner – 02.10. Berlin, Privatclub – 03.10. Hamburg, Molotow Sky Bar – 04.10. Münster, Hot Jazz Club – 06.10. Leipzig, Werk 2 – 07.10. Kiel, Schaubude – 08.10. Bremen, Tower – 09.10. Köln, Yuca – 10.10. Osnabrück, Kleine Freiheit – 11.10. Essen, Zeche Carl – 13.10. Stuttgart, Keller Klub – 14.10. Regensburg, Alte Mälzerei – 15.10. Dresden, Groovestation – 16.10. München, Kranhalle – 17.10. Nürnberg, Club Stereo


»My lyrics make me less vulnerable« – Moniquemai sound so.

Unbenannt

Monique Mai Borgstrøm (23) ist ein halbes Jahr mit einem Zirkus durch Dänemark gereist. Seither macht sie wieder Musik, als Moniquemai. Solo singt sie auf Dänisch und mit ihrer Band auf Englisch. Vor kurzem hat sie sich eine Wohnung in Kopenhagen zugelegt, unweit vom Café Kaffeplantagen, in dem wir uns Ende Mai getroffen haben. Sie saß mir mit roten Gummistiefeln gegenüber – und mit einer Leidenschaft für die Musik und das Schreiben, über die ich mich nur zu gern mit ihr unterhalten habe.

schreibstation: Why do you make music?

Monique: Music came very natural to me. I remember my mom asked me when I became 8 years old: What do you want for your birthday? And I said: Well, I want this record. It was some guy from a TV show. And she said: I don´t know it, can you sing for me? And then it just started. She always said: Oh, can you sing for me, I love that! I think that was the time I began to sing. And the lyrics came to me, when I was a bit older. I got a guitar from my dad and then I told myself how to play it and well, I played like hell for one year. And then I stopped for many many years, but luckily the inspiration came back to me, while I was traveling with a circus some time ago.

schreibstation: How does your songwriting happen?

Monique: I think there are a lot of ways to write a song. You can sit down for hours and think about it and get a great song out of it. But the best songs I´ve ever written were the ones, my subconscious wrote. I didn´t really know, what I was doing. It just came out. It´s like a flow – I can relate it to meditation, running or riding my motorbike – where I do something without really thinking about it; when I play the guitar and yell something and recognize: Oh, that´s great! Then I write it down and start yelling again and write it down again…I always start playing my guitar and some melody comes out and some Bla Bla Bla (lacht) and then there is this one word or phrase, I catch in the air and create a whole song with. As I´m also writing poems, I have some lyrics lying around and sometimes I put them into a song, by creating a melody around the poem. When I play with my band, we are creating a whole universe of music together. Mostly we start with some jam and create a playground for the lyrics and the melody. It´s like one of us just starts a train and the other ones jump on board and at the end of the line, you´ll have a song. It´s an amazing experience for me to find a bunch of people to create this musical universe, that neither of us could create without the others. That´s the message of music for me. The songs I gave to you are both made with the band in this kind of process.

schreibstation: As you also use poems for your lyrics do you think they need to rhyme?

Monique: Well maybe not necessarily. But I think it makes some melody in itself, to have a rhyme. And for me writing is often a thing about making rhythm out of words. But when the rhythm of the words sounds like music, you might not need the rhyme. But I think that´s more difficult. And it could be provocative for the ear in some way, you would probably have to listen to the song a couple of times to like it. But I haven´t done this before. I should try it!

schreibstation: What makes great lyrics to you?

Monique: In my opinion, you really need to have honesty, if you want to catch the audience with your lyrics. If you do something like: Heartbreak…earthquake (singt), you´ll not catch their attention, only maybe stress their nerves (lacht). Honesty is so important. I love it, when lyrics tell me something I already know, but I didn´t know, that I knew it. When they put something very simple out in space, make it very abstract and then wrap it up in an understandable, deeper way. When you hear a song and all the feelings and meanings of its story comes out as a punchline – right into your stomach and it hurts; and we all feel that. Then it´s at good song!

schreibstation: But isn´t it difficult for you »to tell the world« about your feelings?

Monique: It was at the start. But actually I feel very lucky. Music makes it so much easier for me to say all the things, I cannot say in real life. I wouldn´t be able to tell all this thoughts or ask all this questions without my music. I mean, I´m writing songs about the world is going under (lacht), but I´m not afraid anymore. To paint the pictures of all these issues is the greatest gift for me in the process of making music. In a way, it´s like a therapy – and in the end, the vulnerability of my lyrics make me less vulnerable.

schreibstation: Does literature influence your writing?

Monique: Yes, of course. You know, I´m inspired by everything I do or see and I shop a lot of books. Actually I´m reading a biography from a Danish musician, Anne Linnet. She´s one of the biggest female singer-songwriters in Denmark. I really like her attitude – it seems that she doesn´t take everything too serious. And for sure I find inspiration for my life in literature. And if I find inspiration for my way of living in literature, it naturally flows into my music.

schreibstation: What are the stories behind All our babies and Moon and stars?

Monique: Moon and stars is a lovely song, I see stars and I dance between trees while I´m playing it. (lacht) But in this case, the melody is more important than the lyrics. I mean if you sit down and analyze the lyrics, you would get something out of it. But this is an example of creating a universe of a song especially with its melody. It throws me into this feeling: being in the woods in the moonlight in some tropical night, where the stars shine to the happiness of a summer love. But then I twist this universe of complete happiness by reminding, that it always ends at some point. All our babies is more personal to me. It deals with the feeling of being unfulfilled and captured in a childish mindset. And also with the feeling, when you grow up and learn how to fall in love and also how to fell out of love. Being a child is pretty hard, when you have to be an adult. But I also want to celebrate this ability to be as pure as a child; I want to celebrate the child in me, even if sometimes it makes it harder for me to love or to be loved.

schreibstation: Do you have favorite lines in the songs?

Monique: Well, in All our babies it´s definitely the punchline: How can I be with somebody else, when I can´t even be by myself. And in Moon and stars I like the twist: But I know, it´s gonna rain and snow.

All our babies und Moon and stars – reinhören und rauslesen.

Oh those eyes are beautiful and
I can’t stand to let it show
And as you walk away I
Know I have to let it go
Cause I may look as an adult now
But I’m still a little child
So just one word from you and
My whole fantasy runs wild
Where all our babies will be
As beautiful as you and me
But how can I be with somebody else
When I can’t even be by myself
You were saying to me darling
Come on out here now to play
But I’ve got to many words for you
That I am not allowed to say
Cause all our children are running around here
In my fantasy of love
So be careful of me
Oh be careful of my heart
Summer comes but then it runs away
I wish that the sun was here to stay
But I know
It’s gonna rain and snow
And love was made
But then it broke my heart
Winter’s coming back to tear apart
What I know
It’s gonna rain and snow
We were dancing in the moon and stars
Writing songs of all the broken hearts
We were dancing in the moon and stars
Love is easy when the sky is blue
I will always be right here for you
Some say
Before they run away
And raindrops starts to fall and so do I
I will never ever say goodbye
You said
But I did it instead
We were dancing in the moon and stars
Writing songs of all the broken hearts
We were dancing in the moon and stars
Summer comes but then it runs away
I wish that the sun was here to stay
But I know
It’s gonna rain and snow
And love was made but then it broke my heart
Winter’s coming back to tear apart
What I know
It’s gonna rain and snow
We were dancing in the moon and stars
Writing songs of all the broken hearts
We were dancing in the moon and stars

»Lyrics give the song a feeling« – Owen Robertson sound so.

Owen
Owen Robertson kommt aus der Kleinstadt Cromarty in Schottland, unweit von Loch Ness. Seit September macht er seinen Master in Aquatic Science and Technology in Kopenhagen. Daheim spielt er mit anderen Musikern, hier klappert er die Open Stages zum ersten Mal alleine ab. Um Songs zu schreiben, muss er ganz für sich sein. Ich habe ihm im Listening Room gelauscht und wenige Zeit später hat er mich zum Klub Geyser eingeladen, wo wir uns vor seinem Auftritt zwischen Gitarren und Abendessen im Backstage unterhalten haben.

schreibstation: Why do you make music?

Owen: Well, I´m playing since I was 14. My house at home is full of music, my dad plays a lot. There was always something I could pick up and try, even if I couldn´t play it. So music was all around me. And at some point my friends said: let´s make a band. And we did and it was really good. And now I´m one of those, that continued doing music since then. I´m addicted to it. (lacht) When you have like a shitty day, it´s kind of meditation in a way. Just sit down and play guitar and don´t think about anything else. And if I don´t do it for a week or so, I get really stressed.

schreibstation: Do you write the lyrics on your own?

Owen: Yes. It´s something I´m always doing, even if I´m a really bad writer. (lacht) I mean, writing articles or stuff like this. But lyrics are ok. They just come along, like in the shower or so. The riff comes first and then you have a feeling for the song and you write on this feeling. But songwriting is so much like, you know – only you know, how you wanted it done. You have a vision of the song and you know how, you want to present it. Which feeling you want to have or which emotion you want to show.

schreibstation: So, what is the importance of the lyrics in your music?

Owen: Lyrics give the song a feeling. And in some songs the lyrics are really deep, but in some songs they don´t say that much, they just sound cool. But they still give a feeling.

schreibstation: What makes good lyrics for you?

Owen: I think good lyrics shouldn´t be that obvious, like »I love this girl, I love this girl«; that sounds really poppy and a bit cheesy. (lacht) When you get a phrase, you should twist it around, change it a bit, that it means something else. You make it different, but you can still relate it to the original. Like hide a bit, what you really want to say but still tell the message. But that is a very personal opinion, no one is right. Maybe you know The Tallest Man on Earth?

schreibstation: Yes, I do! Do you know his new song Dark Bird is Home?

Owen: Yes! Very good. His songs are very cryptic, I like that.

schreibstation: Do you think that good lyrics have to rhyme?

Owen: Lovesongs often rhyme, you know, like poems. That´s ok, but I try to get away from that. I mean, each lyrics have a rhythm, even if it doesn´t rhyme. Listen to songs from Bob Dylan, the lyrics don´t rhyme but they are awesome. And one more example for a really good musician, I lately found: Courtney Barnett. She´s from Australia and her lyrics are awesome as well.

schreibstation: Does literature influences your writing?

Owen: I don´t read books! Maybe I should read more. (lacht) But sometimes I use words from my studies, from science articles. They have some cool word. Well, but also literature influences a bit, the old classic stories, like the Greek myths for example. They are really good, I like their morals. And as a kid I heard a lot of book tapes. And I also like Shakespeare, the rhythms are really nice. I read Macbeth in school. I mean, I´m not against books. But well, some people read books, I play guitar – that´s my kind of vice. (lacht)

schreibstation: It seems, that some things from your past influence your writing…

Owen: I don´t really know, maybe. Yes, now that you say it. (lacht)

schreibstation: Let´s talk about Fog of war. Where did you write the song?

Owen: At home in Scotland we have that house in the country where I grow up, there I can write best. I like to play alone, in my isolation room. (lacht) No really, I do have to be alone to write songs but that’s when I am most at home. Sometimes you can spend all day just making a lot of noise, some days you can pick up the guitar and just start writing, that’s what happened with this song, you can’t force it. It’s like trying to fall asleep; if you’re trying, it won’t happen.

schreibstation: What is the story behind Fog of war?

Owen: There is an old saying that goes: you hate what you fear and you fear what you hate. The song deals with that. It’s a song about building up walls to keep people out, but only finding out later that you have built yourself a cage.

schreibstation: Is there a favorite line you like to sing in Fog of war?

Owen: Let me think, yes there is one: »You are the first I am the last, you stole the sand from my hour glass, and used to build your castle tall, and me I can´t get even in the wall«.

Fog of war – reinhören und rauslesen:

I push away before your close

I´d rather be alive than a ghost

My defense is a retreat

but there’s no honor in defeat

but there’s no honor in defeat

Fix bayonets ready for the charge

My old brain still holds these scars

Of you just standing in that door

I’m lost in the fog of war

I´m lost in the fog of war

 

Operator please, can you help me

Well you see I am haunted, by something that cannot be 

When the lights they go out, well I know that she´s around

Well I cannot look over, to the devil on my shoulder

 

You are the first I am the last

you stole the sand from my hour glass

And used to build your castle tall

and me I can´t get even in the wall

and me I can´t get even in the wall

Well I’ve fallen on my sword

these kind of thoughts can´t be ignored 

Of you just standing in that door

I’m lost in the fog of war 

I’m lost in the fog of war 

Operator please, can you help me

Well you see I am haunted, by something that cannot be 

When the lights they go out, well I know that she´s around

Well I cannot look over, to the devil on my shoulder

Info: Owen spielt als nächstes im Café Blågårds Apotek in Kopenhagen; diesen Mittwoch, 6.Mai.