Leben auf dem Low-Level

 

»Ich denke an Moritz […] aber sofort entgleitet mir die Erinnerung wieder, wie sehr feiner Stoff, an dem man sich festhalten will, und dann ist es schon zu spät und man greift ins Leere und fällt und fällt ohne aufzuschlagen am Boden, denn unter dem tut sich immer schon ein weiterer auf und unter diesem noch einer, bis man merkt, dass es nur ein Traum ist, aber das ist es ja, glaube ich, nicht, denn dann müsste ich jetzt wirklich schon sehr lange schlafen.«

Eine große Leere ist zwischen den Zeilen von Boris Pofallas Low zu spüren, denn Moritz, der beste Freund des namenlosen Ich-Erzählers, ist verschwunden, und ohne Moritz kommt er sich in Berlin nur verloren vor.

»Du bist jetzt allein, sage ich zu dem Spiegel. Okay? Komm damit klar.«

Er ist einfach nicht mehr aufgetaucht, vom einen auf den anderen Tag. Und die Suche nach ihm zieht sich von Seite zu Seite, durch einen langatmigen Alltag. Der Ich-Erzähler hangelt sich von Ort zu Ort, er geht dorthin, wo er Spuren von Moritz vermutet, doch niemand hat ihn gesehen, niemand weiß von seinem Verschwinden und niemand interessiert sich wirklich dafür.

»Mittlerweile glaube ich, er ist einfach nur weg.« »Ohne dir was zu sagen? Einfach so?« »Als wir uns das letzte Mal gesehen haben, wollte er mir was sagen, aber dann … hat er es doch nicht gemacht. Als wäre das zu schwer für ihn. Oder für mich.«

Es ist eine Geschichte über Momente, die nicht wiederkehren, über Worte, die nie ausgesprochen wurden, über Augenblicke der Wahrheit, über das Leben, das einfach gelebt werden will. Und über das, was man hinterlässt. Was von Moritz bleibt sind Sätze, die nachhallen.

»Wenn man was will, dann muss man vor allem erst mal brennen. Wie ein Streichholz. Reibung, sagte er. Hitze. Und dann verglüht man, irgendwann. Ist doch klar. Aber die meisten brennen nicht. Weil sie Angst haben.«

Doch der Ich-Erzähler brennt nicht, er erlischt. Er führt ein eintöniges Dasein zwischen Underground-Partys, Drogen und einer bedeutungslosen Liebschaft zu Anna, die ihn für einen verlässt, der es besser auf die Reihe bekommt. Es ist ein Leben auf dem Low-Level, voll Ernüchterung und Nichtigkeiten.

»Der Himmel wirkt irrsinnig tief, wie ein Meer, das sich nach oben erstreckt […] meine Hände krallen sich in den Sand; ich habe Angst, in dieses Blau hineinzufallen, so als stünde ich am Rand eines Pools, der keinen Boden hat […] ich mache die Augen zu und überlege, ob das was mit dem Klima zu tun hat, dass es hier so oft einen leeren Himmel gibt, während am Meer eigentlich immer Wolken sind […] als verginge die Zeit überhaupt nicht, wenn nichts passiert, und dann werden die Dinge eben durchsichtig.«

Und so verläuft sich die Geschichte im Nichts. Sie verliert sich einfach, so wie Moritz einfach verschwunden ist. Und genau das gibt dem Roman seine schön-melancholische Stimmung.

»Ich fühle mich immer noch schwach, aber auf eine angenehmere Art als vorher […] zuerst weiß ich nicht, was das ist, woher es kommt und ob es wohl anhalten wird, aber dann wird mir klar, warum ich auf einmal auch erleichtert bin, dass Moritz weggegangen ist: weil er mich mitgenommen hat.«

Und aus der Suche nach jemand anders wird eine leise und langsame Suche nach dem eigenen Selbst…

»[…] und vielleicht ist es ja diese große, stille schöne Leere um Berlin, die einem vorgaukelt, dass man dort, im Zentrum des Nichts, alles werden kann. Oder wenigstens ein Anderer.«

 

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Titel: Low, Autor: Boris Pofalla; Metrolit Verlag; 222 Seiten; ET: März 2015.

 

»Warum sollte sich irgendjemand noch irgendwas ausdenken, wenn die Realität schon so verrückt ist?«

 


»I should probably read more books« Jonas Alaska sound so.

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2017 beginnt mit einem Blick in den Rückspiegel, auf die Rückbank – In the Backseat mit Jonas Alaska. Der 28jährige Singer-Songwriter stammt nicht aus Alaska, aber aus ebenso kalten Gefilden; aus Norwegen. Dort ist er mit seinen drei Alben Jonas Alaska (2011),  If only as a ghost (2013) und Younger (2015) längst bekannt. Letztens war Jonas Alaska in Berlin, im Auster Club. Meine Fragen beantwortete er vor dem Konzert spontan per E-Mail. Seine Musik klingt nicht nach kalt, sie klingt nach warm, nach Umherhüpfen, nach Kopfwippen, nach Füßewackeln. Nach beschwingt in ein neues Jahr tanzen. Nach sich selbst nahe sein: In the backseat, you can find out who you are…

schreibstation: Why do you make music?

Jonas Alaska: Because I like doing it. I’ve always liked music and I’ve always liked creating things.

schreibstation: Do you write the lyrics yourself?

Jonas Alaska: Yes, I write them myself.

schreibstation: What make great lyrics for you?

Jonas Alaska: When people find a new angle to a common theme. And I like people who are good with hidden rhymes and stuff like that.

schreibstation: How do you come up with the lyrics?

Jonas Alaska: In different ways. It’s usually when I see a different angle to something I’ve been thinking about for a while. I write down new words and sayings when I hear them in movies and series. The best lyrics just show up out of nowhere though.

schreibstation: What is the importance of lyrics in your music?

Jonas Alaska: I think it is very important. And I like that it is a big part of my act but I need good chords and melodies for the lyrics to work.

schreibstation: Does literature influence your writing?

Jonas Alaska: It does, to some degree I think. I’m reading Madame Bovary by Flaubert at the moment, not sure if there is gonna come any song from that. But I’m sure reading books expands my imagination. I should probably read more books.

schreibstation: What is the story behind In the Backseat?

Jonas Alaska: I wrote it when I was living in Liverpool. The chorus just popped into my head and I wrote the verses around that. I’ve always, since I was a child, liked sitting in the backseat of a car and collect my thoughts. It’s the perfect place to do that.

schreibstation: Is there a favourite line in the song?

Jonas Alaska: It’s a long time since I wrote it so it’s hard to remember what I was thinking but I kind of like the second verse with the liars, the losers and everyone playing in bands.

In the Backseat – reinhören und rauslesen:

I’ve been a lot to the movies lately
The last one ruined my heart
I saw the world go down and under,
Everything just fell apart

But in the backseat,
In the backseat of the car
What a place to think things through
In the backseat,
You can find out who you are,
And decide what you should do

When a horrible night is over,
And I’ve got dirt on my hands
I’m so sick of the liars,
The losers and everyone playing in band

But in the backseat,
In the backseat of the car
What a place to think things through
In the backseat,
You can find out who you are,
And decide what you should do

Oooh, oh, oh, oh, oooooooh
Oooh, oh, oh, oh

Been alone for a long, long time now
I’ve been sleeping all day
I’ve been sitting on my bed
Alone without anything good to say

But in the backseat,
In the backseat of the car
What a place to think things through
In the backseat,
You can find out who you are,
And decide what you should do

Foto: Jesper Spanning


Kein Aber, ein Muss.

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Lesen gehört dazu. Ich und ein Buch, das muss einfach so sein; in diesen bewussten Momenten und in all diesen Zwischenzeiten. Ich lese in Berlin, noch nicht allzu lange, mal mehr mal weniger, immerfort. Und aufs Neue bin ich auf der Suche nach Orten, an denen es sich am besten lesen lässt. Etwas inspiriert mich dabei:

Ein Leseplan in Kartenformat von Kein & Aber. Einmal, zweimal, dreimal viermal, fünfmal, sechsmal aufgeklappt – da liegt Berlin meiner Leseliebelei zu Füßen. Auf Mauern und Treppen, auf Barhockern, Bänken und Bäumen, hinter Pflanzen und Pfeilern, an Straßen, auf Sofas, am Fluss…»Auf einem Steinpoller auf der Admiralbrücke«.

Mit der Zeit kommen die liebsten Leseorte. Noch habe ich sie nicht gefunden, aber ich bin dabei. Ich lese in der Ringbahn, während die Stadt an mir vorbeizieht. Am Schlachtensee, in Cafés, in Parks, auf dem Tempelhofer Feld. Auf meiner Couch, besonders dann, wenn sie gegen Abend von der Sonne erobert wird.

Und nun geh ich raus und probiere neue Leseorte aus. Ich habe einen Plan.

Kein Aber, ein Muss.

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„Berlin ist kein schöner Schein“

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Gewichtig ist er, der Stadtführer Berlin rund um die Uhr aus der Lieblingsplätze-Reihe des Gmeiner-Verlags. Das Buch wiegt etwas, merke ich sofort. Aber das soll es auch, denke ich gleichzeitig, denn schließlich enthält es die Welt. Die ganze Welt steckt in Berlin; als Weltstadt mit Schnauze bezeichnet der Autor Edgar Rai seine Wahlheimat im Vorwort:

»Wer nicht in Berlin geboren ist, der ist kein waschechter Berliner. Sagt der Berliner. Da ist er eigen. Er ist in manchem eigen, der Berliner. Merken Sie dann schon….Als Faustregel gilt: Nicht irritieren lassen. Hinter der sprichwörtlichen Berliner Schnauze verbirgt sich oft ein freundlicher, hilfsbereiter und zugänglicher Zeitgenosse. Nüscht für unjuut.«

66 Lieblingsplätze präsentiert er, manche kenne ich schon, viele sind mir neu. Ein paar Seiten an und über Berlin sind mir vertraut: Die Ernuss macht´s in Döner & Co. bei Sahara, das kann ich absolut bestätigen. Kulturschick im Garten geht es im Literaturhaus Fasanenstraße zu, Freischwimmen für Landratten bietet das Freischwimmer, im Klunkerkranich ist man Hauptsache nett zu den Pflanzen und die Admiralbrücke kann als Die größte inoffizielle Freilichtbühne bezeichnet werden. Mehr Seiten an und über Berlin sind mir unbekannt und wecken meine Neugier: Was zeigt das Prime Time Theater? Wie klingt Musik auf der Waldbühne? Was wird im Kunstquartier Bethanien ausgestellt? Wie schwimmt es sich im Stadtbad Neukölln? Was ist im Roten Salon und im Grünen Salon geboten? Wie schmeckt der Kaffee im Übersee? Der Stadtführer hält einige tolle Tipps bereit – für drinnen und draußen, immer und überall in Berlin. Er enthält Übersichtskarten und 80 schöne Abbildungen. Die Kapitel sind in Morgens, Tagsüber, Abends und Nachts eingeteilt und nach den Stadtteilen gegliedert. Hinzukommen 11 Extrawürste; darunter beispielsweise das Kapitel Berlin hat einen Basar / Markt am Maybachufer.

»Berlin ist kein schöner Schein – stattdessen kann man sich an kleinen Dingen freuen, etwa beim Betrachten eines Papageis, der eine Erdnuss schält. Berlin ist vielschichtig: Berlin ist Geschichte, Berlin ist urprätentiös bis charmant-schnoddrig…«

Das lässt der Buchrücken verlauten und ich stimme zu. Den letzten Sommer habe ich zu einem großen Teil in Berlin verbracht. Ich habe dort zwar keinen Papagei gesehen, der eine Erdnuss schält (was nicht ist, kann ja noch werden; wundern würde es mich nicht), aber mir wurde bei einem Bücherstand auf dem Flohmarkt am Maybachufer – unweit des Marktes am Maybachufer – ein handgeschriebener Zettel vermacht. Ich freue mich über diese kleinen Dinge. Ich brauche keinen schönen Schein. Ich habe den Sommer über eine Papiertüte gefüllt mit Flyern von Festivals, Konzerten und Ausstellungen, die ich besucht habe, mit Visitenkarten und Kassenbons von kleinen hübschen Läden, Cafés, Bars und Clubs, in denen ich meine Zeit habe liegen lassen, mit aufgezeichneten Wegen und eben diesem Fetzen Papier:

»Es ist immer gut einen Traum vor sich herzutragen, gleich einer Fackel. Nur Vorsicht, dass er auch den Weg erhelle und nicht nur blende.« (Koni Hansen)

In Berlin habe ich ein bisschen begonnen, von Berlin zu träumen. Ich träumte davon, zurückzukehren und länger zu bleiben. Vielleicht ist Berlin eine Stadt für realistische Träume. Vielleicht ist Berlin eine Stadt für mich. Jedenfalls hat Berlin für mich an Gewicht gewonnen, wie auch meine Tasche von Zeit zu Zeit durch den Stadtführer Berlin rund um die Uhr. Er ist ein Begleiter geworden, ein liebgewonnener Berliner Zeitgenosse.

 

Titel: Berlin rund um die Uhr – Weltstadt mit Schnauze; Autor: Edgar Rai; Gmeiner-Verlag 2015; 192 Seiten.

 

 


warten auf den sommer

 

 

Der Sommer kam über das Land wie ein Eroberer. Jeder Tag war schön. Der Himmel hatte ein herausforderndes Blau, das die Nerven aufpeitschte. Das Grün der Bäume war heftig und roch, und die Häuser leuchteten, wenn die Sonne sie beschien, so grell weiß, dass es schmerzte […] die Lichtmuster, welche die Sonne durch das Blätterwerk malte.

(aus: Of Human Bondage von W. Somerset Maugham)

 

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heute scheint die sonne so

im richtigen winkel

und wir tanzen wieder einmal

auf der spitze

denn der eisberg

ist meilenweit entfernt

viel lieber lassen wir uns treiben

einmal mehr verschollen

licht in sicht

 

 

 


auskunft von may ayim

Biografie und Identität – Lebensgeschichte im interkulturellen Kontext hieß ein Seminar, an dem ich in meinem Bachelor-Studium teilgenommen habe. Ich hielt ein Referat über May Ayim, eine afrodeutsche Dichterin aus Berlin. Warum ich sie ausgewählt hatte, weiß ich nicht mehr. Ich erinnere mich aber, dass es schwer war, an ihre Gedichte zu kommen; die Bände waren vergriffen und wurden nicht mehr nachgedruckt. Mittlerweile gibt es sie wieder beim Orlanda Verlag. Ich habe Nachtgesang damals bei einem Antiquariat gefunden. Seither ist der Gedichtband ein fester Bestandteil in meinem Bücherregal – weil ich schön finde, wie er sich dort einreiht; weil mir ihre Gedichte gefallen. Eines vor allem ist mir im Kopf geblieben: auskunft. Von Zeit zu Zeit lese ich es wieder, auch heute Morgen. Es ist das Gedicht, das ich im Seminarraum an die Wand projiziert habe. Ein Gedicht, das damals wie heute gilt. Hinter die zweite Zeile setze ich gedanklich immer einen Punkt.

meine heimat

ist heute

der raum zwischen

gestern und morgen

die stille

vor und hinter

den worten

das leben

zwischen den stühlen

In Berlin gibt es das May-Ayim-Ufer; direkt an der Spree, gleich beim Schlesischen Tor. Ich werde es bei meinem nächsten Besuch auskunftschaften.

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Titel: Nachtgesang; Dichterin: May Ayim; Orlanda Verlag; 116 Seiten.


verhört eins: Fingerstyle von Pan Chimzee

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Anfang September habe ich Pan Chimzee in Berlin gelauscht; er spielt Acoustic Fingerstyle Guitar. Seine EP Peace of Mind läuft seither oft – nebenbei während ich lese, im Hintergrund während ich schreibe, im Vordergrund wenn ich mich immer wieder daran verhöre. Da musste ich ihm einfach ein paar Fragen stellen.

schreibstation: Erzähl von dir!

Pan Chimzee: Ich bin 21 und lebe als freischaffender Künstler in Berlin. Geboren wurde ich im tiefen Süden Bayerns, der Drang zum Ausleben meiner Musik und die Freude am Straßenmusizieren haben mich allerdings in die Hauptstadt geführt. Hier reist meine Musik vom Park auf die Straße, in die Restaurants und Bars, ins Theater, durch Clubs, zu Hochzeiten, vor Fernsehkameras, zu Festivals, ins Studio für meine erste EP im Februar 2015 und gerne immer wieder auch zurück in mein Wohnzimmer – einatmen, ausatmen und los in die zweite Runde. Neben dem Solospiel auf der Gitarre mag ich auch das gemeinsame Musizieren sehr. Ich spiele hin und wieder auch Percussion, Xaphoon, Cello oder Keyboard. Oder aber ich wechsle die Position und widme mich aktiv dem Musikhören. (lacht)

schreibstation: Seit wann spielst du Gitarre und was bedeutet es für dich?

Pan Chimzee: Ich würde behaupten, mein Bruder hat eine große Rolle dabei gespielt, die Musik und vor allem das Musizieren für mich zu entdecken. Auch mein Vater hat früher Gitarre gespielt und gesungen, ich habe immer gern zugehört und dazu getanzt. Der Klang der Gitarre ist mir also schon immer sehr nahe und vertraut und die Musik ist schon lange ein guter Freund. Etwa als ich 13 war, wollte ich mir mit einem Freund ein Schlagzeug teilen. Aber obwohl es einen Platz bei mir zu Hause im Keller gefunden hat, vertiefte nur er sein Interesse am Drumkit und der Welt der Percussion, ich hingegen wandte mich dem Gitarrenspiel zu. Mein Bruder hat mir einfache Lieder beigebracht und als ich im Internet dann auf Videos von den Gitarristen Erik Mongrain, Michael Hedges und Andy McKee gestoßen bin, habe ich mir in den Kopf gesetzt, eines Tages ihre Lieder spielen zu können. Ich habe mich also an meine Gitarre gesetzt und mich darin geübt, Kompositionen nach Gehör zu lernen. Seitdem ist die Gitarre mein ständiger Begleiter, mein Mittel zur Kommunikation. Sie bescherte mir schon zahlreiche Abenteuer, ebnete mir den Weg zu neuen Freunden und lässt mich immer wieder an schöne Erinnerungen zurückblicken.

schreibstation: Wie übst du denn?

Pan Chimzee: In Eigenregie. Das hat den tollen Effekt, dass du selbst Lehrer und Schüler zugleich bist – Erwartungen an mich selbst hatte ich daher nie. Das Lernen neuer Lieder macht mir immer Spaß. Wenn er aber manchmal verschwindet, lege ich das Instrument weg und mache erst Tage später weiter. Andererseits verliere ich beim Herumalbern mit der Gitarre auch gerne das Zeitgefühl und finde mich dann Stunden später mit leerem Magen in einem dunklen Wohnzimmer mit neuer Komposition wieder. (lacht) Ich versuche vor allen Dingen den Spaß am Spielen immer zu bewahren. Wenn mir also eine Woche lang nicht nach Gitarre spielen ist, dann ist das eben so. Nach der Pause kehrt man dafür mit neuen Ideen, freiem Kopf und alter Freude zurück. Vor Auftritten spiele ich also manchmal ganz gezielt nicht, damit die Vorfreude wächst und wächst!

Acoustic Fingerstyle Guitar von Pan Chimzee klingt so:

Info: Pan Chimzee ist ab November mit einer Konzertreihe in Berlin unterwegs! Jeden ersten Sonntag findet die Berlin Acoustic Guitar Nights im Prachtwerk (Ganghofer Str.2, Neukölln) statt – er und der australische Gitarrist Geordie Little laden dazu immer zwei neue Gitarristen und Gitarristinnen aus aller Welt ein. Im Zuge der Holy Grail Guitar Show in Berlin (31.10. bis 01.11.) startet die Konzertreihe am Sonntag, 1.November um 19 Uhr.