Lesereise

 

Da stecke ich mit meinen Augen fest in Dunkles Herz von Andrew O´Hagan und lese mich nach Schottland – ein nächstes Reiseziel, eine andere Reisevorbereitung, eine besondere Lesereise.

»Mein ganzes Leben habe ich vom Meer geräumt. Von unseren Wassern. Und von der langen Küstenwanderung um diese Insel herum. Ich spüre, wie verschieden die Felsen sind; ich sehe den Sand und seinen glitzernden Ablagerungen, das Spiel des Wetters auf Land und Himmel und Gischt. Die Farben von Schottland […] sie leben in meiner Erinnerung […] Salz auf den Lippen. Nasse Sandalen. Jeder Stein gebrochen und lose. Ein frisches Lied hebt sich ins Nichts und Nirgendwo. Ich bin auf dem Weg zu einem anderen Strand.«

Ein wundervolles Bücherbündel von Fernlese. Die Online-Buchhandlung für Reiselektüre!

»Romane werden nach Orten sortiert und zu Bücherbündeln geschnürt – passend zu Ländern und Städten. Für die nächste Reise, die Vorfreude auf Woandershin – oder einfach nur, um das Fernweh zu stillen und mit Büchern reisen zu gehen.«

Im Schottland-Bücherbündel enthalten sind außerdem:

Liebe in sich wandelnder Umgebung von Janice Galloway und Im Hotel von Ali Smith

»Mein Durst nach dem Meer. Ich sehe ein Zuhause vor mir, dass ich nie gesehen habe […] Das reine grüne Meer meiner Träume ist die ganze Welt, die ich jemals gekannt habe. Und dennoch bin ich nie dort gewesen. Es ist nur Wasser. Es ist nur ein Traum. Und dennoch ertrinke ich dort jede Nacht im Schlaf. Und trotzdem halte ich nach dem Erwachen Ausschau nach der Küste.«

 

Danke, Cindy!

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Foto: Cindy Ruch

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Lesend in die Ferne

Der Sommer beginnt und hält etwas Besonderes für uns Lesende bereit: Ein Schmuckstück im digitalen Buchhandel hat seine Türen geöffnet, oder besser: sein Postfach.

Fernlese – Die Onlinebuchhandlung für Reiselektüre.

Ausgewählte Literatur für ein individuelles Fern(weh)gefühl;  hübsche Buchbündel für Städte und Länder – die Lesewelt mit goldener Kordel geschnürt. Gestartet mit Australien, Italien und Spanien. Weitere folgen. Ich bin neugierig!

Mitreisend, mitlesend, mitfreudig.

»Für Ausreißer, Tagträumer, Nachtwächter. Für Wortmaler, Kartenleser, Sternegucker.«

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Foto: Cindy Ruch – alle Fotos auf fernlese.de ebenso


Schluck acht: eine doppelte Empfehlung

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Franziska und ich, wir haben uns letztes Jahr in Berlin getroffen, im Café Krümel am Prenzlauer Berg; nachdem ich ein paar Tage in Kopenhagen gewesen war und sie für einige Monate. Sie war länger dort, sie konnte mir mehr davon erzählen; bevor ich ebenso wie sie aufbrach, um eine größere Weile da zu bleiben. Cindy hat mich ich auf Franziskas schönen Blog meingefangen (Gemachtes und Gedaches) aufmerksam gemacht, gerade als Franziska einen Beitrag über den Botanischen Garten in Kopenhagen geschrieben hatte. Auch ich sollte dort einige Zeit später grün-weiße und heiße Stunden verbringen. Die Stunden mit Franziska waren mit Kaffee und Tarte und jeder Menge Geschichten aus und über Kopenhagen gefüllt. Unser Kontakt ist geblieben. Und aus meiner Idee, eine neue schreibstation-Kategorie A cupful Copenhagen für meinen Aufenthalt dort zu kreieren, ist ihre Idee entstanden, gemeinsam über das Paludan zu schreiben: das Buchcafé im Herzen der Kopenhagener Altstadt, das uns beiden ans Herz gewachsen war – eine echter Herzensbeitrag also. Auch Cindy habe ich das Paludan gezeigt, als sie mich im Februar besucht hat. Und wir haben es noch tiefgehender erkundet, als ich es bisher kannte; im wahrsten Sinne des Wortes: Im Keller unter dem Café reiht sich Buch an Buch. Und während ich von Reihe zu Reihe gestöbert war, fotografierte Cindy das Paludan für ihr wundervolles Projekt Paper Sail (A journey and guide to bookshops around the world). Eine Empfehlung von mir, hier nachzuschauen und ein Interview mit dem Besitzer des Antiquariats nachzulesen – und in diesem Sinne eine doppelte Empfehlung von Franziska und mir, dem Paludan einen Besuch abzustatten. Welcher Lese- und Schreibort wäre besser geeignet, um meine Kategorie A cupful Copenhagen abzuschließen!

Franziska über das Paludan:

Die Stadt meines Herzens begrüßte mich eisekalt von ihrer hässlicheren Seite, nämlich am eisenschweren, tiefindustriellen Fuße des Hauptbahnhofes. Den Beginn meines Auslandssemesters an der Royal Danish Academy hatte ich mir glorreicher erhofft; so schön, wie mir alle Freunde bisher von der dänischen Hauptstadt vorschwärmten. Ich machte mich schnell auf die Suche nach dem Kopenhagen, das ich finden wollte. Suchte im inneren Umbruch und Neueinfinden nach einem Ort, der sich heimatlich und nach Geborgenheit anfühlte. Viele Schritte brauchte ich nicht gehen – direkt gegenüber der alten Universitätsbibliothek fand ich (m)eine warme Seelenhöhle. Das Paludan war mein Ort, um Gedanken zu ordnen und in der Stadt anzukommen, die besser als jede andere zu mir passt. Mit den Händen an einen wärmenden Latte Macchiato geklammert, konnte ich Gemütlichkeit tanken, den Trubel aus Einheimischen, Internationals und Touristen beobachten und dennoch innerlich still werden. Oder: Einfach das In-Kopenhagen-Sein genießen.

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Das Paludan ist für mich ein ganz besonderer Kopenhagen-Ort. Weil ich hier unzählige Tagebucheinträge, Blogposts und Briefe geschrieben hab. Weil ich mich hier das erste Mal getraut habe, auf Dänisch zu bestellen. Weil ich mein ausgelesenes „Alles was ich liebte“ ins Antikvariat abgegeben hab. Weil es mich seit der ersten Begegnung einfach immer wieder zurück ins Paludan zieht. Ja, auf jedem meiner Kopenhagenbesuche kehre ich hier ein. Jedes mal fühlt es sich an, als würde ich einen alten Freund besuchen. Einen, der mich so warmherzig begrüßt, wie ich es mir vorstelle.

über Franziska:

* haargenau vom 28.01.2013 bis 29.06.2013 in Kopenhagen gewesen, seither mehrmals jährlich immer zu Besuch

* damals als Erasmusstudent an der Royal Danish Academy – School of Design auf der höchsten Wolke im Designhimmel gelandet, jetzt als Produktdesign-Studentin in Halle/Saale und Berlin auf den letzten Metern vor dem Berufsleben

* ihre schönsten Schreib- und Leseorte in Kopenhagen, neben dem Paludan, sind:

Frederiksberg Park

Café Kompa´9

Die mittlere Bank vor der Opera, mit direktem Blick auf Amalienborg Slot

Dyrehaven Klampenborg

Ich über das Paludan:

Das Puladan wurde für mich schon bei meiner ersten kurzen Reise nach Kopenhagen zu einem besonderen Ort – ich habe es beim Schlendern durch die Stadt entdeckt und bin in fünf Tagen zweimal dort gewesen: Einmal aß ich Tomatensuppe und habe gelesen, ein zweites Mal habe ich gefrühstückt und geschrieben. Als ich dann knapp ein Jahr später wieder nach Kopenhagen kam, um länger zu bleiben, war das Paludan der Ort, den ich als erstes wieder aufgesucht habe. Und ich bin viele Male wieder gekommen. Das Paludan ist für mich nicht nur der liebste Schreib- und Leseort in Kopenhagen; es ist mein Immerort dort. Immer habe ich im Paludan einen Filterkaffee getrunken und dazu einen Muffin gegessen (der Blaubeermuffin mit Vanillecreme-Füllung, den Cindy und ich bestellten hatten, war die beste Überraschung!), immer habe ich die Bücherwände bestaunt, immer habe ich meinen Besuch dort hingeführt, immer empfehle ich das Paludan allen, die nach Kopenhagen reisen. Immer habe ich mich dort wohlgefühlt. Und auch meinen Aufenthalt in Kopenhagen habe ich im Paludan vollendet; meinen letzten Abend habe ich dort verbracht.

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Fotos: Franziska Land


Nebenan wundervolle Fotografien

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Cindy veranstaltet ihre erste Vernissage und ich kann es kaum erwarten!

11. April 2014 – 19 Uhr

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Durch Dich ist die schreibstation so viel schöner! Danke für Dein neuestes Kunstwerk hier – Du hast ganz nebenbei (nebenan) ein so wundervoll passendes Bild für Über mich gezaubert!


BOOK FAIRytale

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Die Leipziger Buchmesse! Zwischen Standschicht in Halle 5 (»Studium rund ums Buch«), Eindrücken und Erfahrungen zur Existenzgründung in der Verlags- und Buchbranche durch meine wunderbaren Gesprächspartner Karsten Brinsa vom Luups-Verlag und Michael Kriegel vom Verlag aus dem Pott (nachzulesen bei den Jungen Verlagsmenschen), (eindeutig!) zu vielen interessanten Vorträgen und Literaturveranstaltungen in der wunderschönen Gründerzeit-Stadt, war ich schlendern für die schreibstation; soll heißen: Leipzig & die Literatur aufsaugen, einfangen und festhalten! Und weil Alles so prall literarisch und ich so extrem mittendrin (um es an »Superprall« von Poetry-Slammer Sebastian23 anzulehnen, dem ich in der Moritzbastei gelauscht habe; ich zitiere: »Und alle so Yeah! und keiner so Buuh!«) gibt es nun eine Ladung Links aus dem Leipziger Buchwald – dort wo das letzte Einhorn lebt, oder so. Denn das Cover der fünften Ausgabe des Leipziger Literaturmagazins FETTLIEBE (auf dem Bild schaut es oben links frech heraus) besetzt (ziert kann an dieser Stelle irgendwie schlecht gesagt werden) ein fettes Einhorn mit winzigen Hufen, wallender Schnörkelmähne und natürlich einem Horn, das das Logo-Herz des Magazins einfach mal aufspießt. Die abgedruckten Künstlerinnen und Künstler treiben es mit ihren Beiträgen aber auch auf die Spitze! Kurzprosa, Lyrik und ein bisschen Kunst prallen aufeinander – nichts klingt gewohnt, einiges verwirrend, manches sogar abstoßend (schließlich hat das Einhorn nunmal ein Horn) – FETTLIEBE zeigt, was Gegenwartsliteratur kann! Gefunden hab ichs beim »Buchmessenspecial« von Stubenreim und Schkeuditzer Kreuz im Kulturkaffee plan b (überhaupt ein Ort den jeder, der was für Kultur übrig hat, in Leipzig mal aufsuchen sollte) – zwei Lesebühnen in Einer mit acht Aurtorinnen und Autoren, die sich den ganzen Abend fröhlich ihre Texte um die Ohren schlugen; Franziska Wilhelm lieferte mit ihrem »Shortsoundtrack« sogar den passenden Ohrwurm zu ihrem »Shortroman« (mit zarter Stimme und Ukulele: Draußen pissen die Männer gegen den Zaun). Weitere aufgeschnappte, nicht Ohrwürmer aber, O-Töne oder besser L(Lese)-Töne:

Kurt Mondaugen: »Jeder Mensch ist ein Künstler aber nicht jede Fliege irgendwie, leider.« »Was ist eigentlich die Wirklichkeit – also bei aller Freundschaft, es gibt wirklich verschiedene Versionen dafür.«

Max Beckmann: »Niemand ist vor dir, aber du bist trotzdem das Letzte.« »Der Glaube an Gewohnheit ist eine schlechte Angewohnheit.« »Und wir reden und reden und reden und schweigen immer lauter.«

Julius Fischer: »Hexenverbrennung war mir zu heiß.« »Der Wanderveganer – irgendwann ist das Korn halt alle.«

Peter Thiers: »Mein Leben ist wie einer dieser Plüschtierautomaten aufm Jahrmarkt.«

Linn Micklitz: »Ich habe ein Buch geschrieben. Ich werde daraus nicht vorlesen.«

»Shortheit« gabs auch auf der Messe. Der Verlag für Kurzes ist relativ jung (2011) und deshalb (noch) auf kleinem Fuß unterwegs – oder eben auf kurzem. Im Programm hat er Erzählungen in Kleinformat bis hin zu »Mini-Büchern«, die auf 14,8 x 9,5 cm unter Titeln wie »Sie trank Tee. Er wartete ab« beispielsweise die kürzesten Krimis der Welt vereinen, oder die Geschichte des »Bewusstseinspfannkuchen« präsentieren. Die »Edition Poeticon« vom Berliner Independent-Verlag J.Frank hat ebenfalls ein kleines Format, aber einen gewaltigen Inhalt (eine »poetische Annäherung« an »Begriffe, die unser Weltverständnis leiten«), der dem Verlags-Slogan »poetisiert euch!« absoluten Ausdruck verleiht. Neben Lyrik gibt es auch Kurzprosa und Illustrationen im Programm – alles Gegenwartsliteratur und vor allem: unabhängig! Abhängen konnte ich nebenbei bemerkt wunderbar auf ihrer bequemen Couch und dabei durch »Geschichte« von Jan Kuhlbrodt und »Geschlecht« von Swantje Lichtenstein blättern.
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Foto: Jan Bodenstein
Ein bestimmtes Thema legt auch die Kritische Ausgabe, kurz K.A., seit 1997 (an der Universität Bonn entstanden) für die jährlich zweimal erscheinende Zeitschrift für Germanistik & Literatur fest. In der jetzigen Ausgabe lautet es »Ende«. Neben Rezensionen, Porträts, Interviews und theoretischen Texten aus und über die Literatur- und Sprachwissenschaft, sticht für mich – im Hinblick auf meine Damen – vor allem die Rubrik »Vergessene Autoren« heraus – auch wenn K.A. aktuell einen Herren, den deutschen Schriftsteller Ernst Kreuder (1903-1972), aus dem Literatursumpf gezogen hat (der unter anderem für den Münchner Simplicissimus schrieb). Und weil man auf der Buchmesse leicht selbst in den übervollen Literatursog (nicht Sumpf) gezogen wird und vor lauter Büchern den Wald nicht sieht – bei Litradio (Universität Hildesheim, Studiengang Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus ) gibt es Literatur auf die Ohren, nicht auf die Augen! Und zwar das volle Programm, nach eigener Wahl zusammengestellt aus Vorträgen, Lesungen, Gesprächen und Hörspielen.
Und zu guter Letzt (welches Märchen endet bitte schlecht?): ein Lob an unsere Messe-Postkarte (LMU Buchwissenschaft) – mit Foto & Design von Cindy (mit neuem Portfolio!) und einem Zitat von Autor Christoph Marzi, das zu meinem Leipziger Buchmessen-Leitspruch wurde. Wie man in den Buchwald hineinruft, so hallt es auch wieder heraus! Literatur ist ein Gemeinschaftsding und:

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